Apple iPod Photo / Classic / Color / 4G Reparatur-Anleitung Festplatte tauschen / Upgrade mit Ersatzteilliste / Ersatzteile und Anleitung zum Öffnen des iPod Modell A1059 und A1099

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Mein erster iPod: Ein Flohmarkt-Fund

Im Sommer 2014 habe ich mir auf einem Flohmarkt meinen ersten iPod gekauft. Es war das Photo-Modell mit einer 30 GB Festplatte.

Das mag‘ auf den ersten Blick nichts besonderes sein, für mich hat sich dadurch aber einiges geändert. Dazu muss ich erklären, dass ich bereits seit 1991 Apple User bin. Der erste Mac, den mein Bruder und ich zusammen besaß war ein Mac SE Wrüfelmac, auf dem wir ein Musik-Fanzine gestalteten.

Als Grafiker habe ich seitdem nur mit Macs gearbeitet und nun könnte man annehmen, dass ich auch einer der ersten Käufer eines iPod hätte sein müssen. Bei mir war das aber nicht so, ich fand den iPod immer interessant, sah es aber nicht ein, ca. 300,– Euro für einen portablen Musik-Player auszugeben. Schließlich hatte ich ja einen Mac mit iTunes und meiner inzwischen digitalisierten Musik-Sammlung.

Digitaler Musik-Overdose

Jedoch muss ich auch sagen, dass ich durch die Digitalisierung  irgendwie den Bezug zum bewussten Musik-Hören verloren hatte. Während eine CD irgendwann zu Ende war, war man gezwungen, eine neue aufzulegen. Ich habe sogar einige Jahre in verschiedenen Kneipen als DJ gearbeitet, hier musste man sich alle paar Minuten darüber Gedanken machen, welches Lied man denn nun auflegt. ITunes stellte eine Umgewöhnung dar. Immer erst den Rechner hochzufahren, um Musik zu hören war irgendwie nervig, nach Feierabend war man auch froh, die Kiste mal aus zu haben und die damaligen Desktop-PowerMacs waren dazu laut (Lüfter) und die MacBooks musste man immer durch ein Kabel an den Verstärker fesseln. Hinzu kam, dass das Durchhören der Titel irgendwie beliebig wurde, wie oben erwähnt, war man nicht mehr gezwungen, sich intensiv mit der Musikauswahl auseinanderzusetzen. Kurz: ich konnte mich damit nie richtig anfreunden, das CD-Auflegen machte ich aber komischer weise auch immer weniger.

Man könnte meinen, dass durch ein Smartphone eine intensivere Beschäftigung mit der Musik stattfinden würde. Nun, ich  bin (noch) kein Fan von Apple-iPhones (sind mir zu teuer und haben zu wenig Speicher) und besitze auch erst seit gut einem Jahr ein Android-Smartphone. Aber hier hat mich das Medienkonzept nie wirklich überzeugt. Auch ist man wieder durch die begrenzte Speicherkapazität eingeschränkt, mein Smartphone hat einen Speicher von 16 GB.

iPod mit Klickwheel – Musikgenuss auf das Wesentliche reduziert

Nun nachdem ich mir den iPod gekauft hatte, wurde das anders. Ich erkannte, dass der iPod ein simples und geniales Konzept zur Auswahl und zum Abspielen von Musik verfolgte. Er reduzierte das digitale Musik-Hören auf das Wesentliche, gerade die originalen Klick-Wheel-Modelle ohne Touch-Screen und Video-Option, ohne ablenkendes W-LAN und Internet geben mir das Gefühl zurück, mich intensiver mit der Musik auseinanderzusetzen. Jetzt werde ich auch wieder in iTunes aktiv, pflege die mp3-Tags, erstelle (Genius)-Playlisten etc.

All das entdeckte ich also mit über 10 Jahren Verzögerung an dem alten iPod, den ich zunächst aber erst wieder zum Leben erwecken musste. Der Akku des iPod war inzwischen so alt, dass er nicht mehr die Spannung hielt. Ich bestellte auch gleich eine neue 30 GB Festplatte, da ich annahm, dass die auch kaputt sei. Dies war allerdings überflüssig, denn das der iPod sich nicht mehr wiederherstellen ließ, lag an dem fehlenden Original-Netzteil. Auch hätte ich mittels eines Adapter die Festplatte durch eine SSD aus CompactFlash- oder SD-Card tauschen können. Doch dazu später mehr.

Aus Alt mach Neu:
Tauschen der Festplatte und des Akku.

Kommen wir zunächst zur Anleitung zum Tausch der Festplatte und des Akkus.

Das Öffnen des Gehäuses stellt auf den ersten Blick die größte Hürde dar. Ich habe es zunächst mit einem iPod-Öffner versucht, war hier aber nicht erfolgreich und habe die Rückseite verdellt. Wenn man aber einmal den Dreh raus hat, ist es total easy. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich mit Gitarren-Plektrons viel bessere Erfolge beim Öffnen des Gehäuses habe.

Wichtig: Bevor wir loslegen, den iPod mit der Hold-Taste sperren.

Zunächst drücke ich links und rechts auf das Gehäuse, damit der Spalt sich minimal ausdehnt (vielleicht bilde ich mir das auch nur ein ;-). Dann drücke ich ein dickes Plektron (1 mm) in den Spalt zwischen Vorder- und Hinterseite des iPod auf Höhe des Kopfhöreranschlusses.

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Das Plektron oben in der Nähe des Kopfhöreranschlusses in den Spalt zwischen Kunststoff-Deckel und Metall-Rückseite drücken.

Dann stecke ich ein zweites (weiches) Plektron in den entstandenen Spalt und schiebe dieses um die Kurve herum (hin zum Hold-Schalter).

Jetzt an der langen Seite mit der Spitze des Plektrons in Richtung Rückseite das Plektron möglichst weit hereinschieben und langsam die lange Seite herunter arbeiten (ist auf den Bildern nicht so gut zu sehen – müsst ihr mal ausprobieren, ihr bekommt bestimmt ein Gefühl dafür).

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Mit einem zweiten Plektron die Verriegelung der Plastik-Oberschale lösen.

 

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Die Oberschale vorsichtig zur Seite klappen, um das Verbindungskabel nicht zu beschädigen. Mit einem Plektron oder dem Fingernagel kann das Kabel abgezogen werden.

 

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Das Anschlusskabel vorsichtig abziehen. Die Festplatte kann nun abgenommen werden.
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Die Gummipuffer schützen die Festplatte nicht nur vor Stößen sondern verhindern auch, dass das Metallgehäuse einen Kurzschluss auf der Platine auslöst.

Neben den Gummipuffern ist die Festplatte noch mit einer Schaumstoffschicht beklebt. Auf dem Bild oben sieht man davon noch Reste, da ich diese Schicht einfach mit der Hand abgezogen habe. Das funktioniert zwar, aber sauberer wird das Ergebnis, wenn man die Schaumstoff-Schicht mit einem Schaber abzieht.

Welche Festplatte passt in meinen iPod?

Zur Wahl der Festplatte: es gibt vier verschiedene Anschlüsse für die iPod-Festplatten und zwei verschiedene Größen. Der iPod Photo macht es einem aber noch leicht, denn hier muss lediglich die Dicke der Platte beachtet werden.

Im Detail: Es gibt Platten mit PIN-Anschluss. Das sind alle iPods von Generation 1 bis Generation 4 / Photo / Color.

Alle späteren iPods mit Click-Wheel (Video/5G und Classic/6G/6.1G/7G) haben keine Pins mehr sondern flache Kabel, die eingeklickt werden. Hier nennen sich die Anschlüsse ZIF, allerdings gibt es von denen drei verschiedene.

Zur Bauhöhe: Alle Platten haben einen 1,8 Zoll Durchmesser, jedoch gibt es dicke Platten mit 8 mm Dicke und dünne Platten, die 5 mm dick sind.

PIN-Platten mit 5 mm Dicke gibt es in Kapazitäten bis 30 GB. 8 mm dicke PIN-Platten haben eine maximale Kapazität von 80 GB. In den dickeren Laufwerken sind zwei Platten verbaut, daher die höheren Kapazitäten.

Wer nun einen dünnen iPod Photo hat (es sind die Modelle mit 20 GB und 30 GB) kann seinen iPod trotzdem mit einem größeren Speicher versehen. Dazu gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten.

Zum einen kann man die Rückschale tauschen. Die Rückschale eines 40 GB iPod 4G / Photo / Color kann auf alle 30 GB und 20 GB iPod 4g / Photo / Color getauscht werden – auch zwischen den Modellen. Dann lassen sich 8 mm Festplatten verbauen.  Das hat allerdings einen Nachteil: Die Seriennummer ist auf der Rückseite eingraviert. Nach dem Tausch ist der Pod also nicht mehr „original“. Außerdem wird er etwas schwerer und dicker.

Folgende Festplatten passen in die kleinen Ipods (bis 30 GB), die Festplatten sind 5 mm dünn:

  • Toshiba MK5004MAL – 5 GB
  • Toshiba MK5002MAL – 5 GB
  • Toshiba MK1003GAL – 10 GB
  • Toshiba MK1504GAL – 15 GB
  • Toshiba MK2006GAL – 20 GB
  • Toshiba MK2004GAL – 20 GB
  • Toshiba MK3006GAL – 30 GB
  • Toshiba MK4007GAL – 40 GB

eBay Suche nach dünnen (5 mm) Festplatten anhand der Modell-Nummern. (Affiliate-Link)

Diese Festplatten passen in die großen iPods mit 40 GB Festplatte, sie sind 8 mm dick:

  • Toshiba MK4006GAH – 40 GB
  • Toshiba MK6006GAH – 60 GB
  • Toshiba MK8007GAH – 80 GB

eBay Suche nach dicken (8 mm) Festplatten anhand der Modell-Nummern. (Affiliate-Link)

Bitte beachten! Es gibt anscheinend iPods der Vierten Generation, die maximal 60 GB nutzen können, auch wenn die Festplatte mehr Platz bietet. Ob der iPod Photo davon auch betroffen ist, weiß ich nicht. Man kann das Problem umgehen, wenn man eine alternative Firmware installiert (Rockbox).

Sollte jemand die 80 GB Platte verbaut haben, würde ich mich über eine Rückmeldung über die Kommentar-Funktion am Ende des Beitrages freuen, ob es geklappt hat oder nicht.

iPod Festplatte wechseln gegen einen Compact-Flash-Adapter – Eigenbau-SSD Upgrade im iPod

Die Zweite Möglichkeit: Es gibt Adapter, mit denen CF/CompactFlash Karten anstelle einer Festplatte in den iPod eingebaut werden können. Da CF Karten gerade in den hohen Kapazitäten (64 GB und 128 GB) viel teurer sind als SD Karten, kann es sinnvoll sein, sich dazu noch einen SD auf CF Adapter einzusetzen. Keine Angst, die Vielzahl der Adapter scheint kein Problem hinsichtlich der Kompatibilität zu sein. Ich selber habe es zwar noch nicht gemacht (habe es aber vor und werde dann berichten), es gibt aber Leuten, die es mit folgenden Teilen anscheinend erfolgreich hinbekommen haben – und zur Beruhigung gibt es ein 14tägiges Rückgaberecht:

 Verbrauchten Akku wechseln

Ein defekter Akku, der nicht mehr die Ladung hält, macht sich zunächst durch verkürzte Ladezyklen bemerkbar – der iPod muss öfter geladen werden.

Sinkt die Akku-Leistung extrem ab, kann es passieren, dass der iPod, selbst wenn er per USB-/Firewire-Kabel geladen wird, nicht mehr hochfahren kann. Das Apple-Logo erscheint, der Ladevorgang wird abgebrochen, bevor das Menü erscheint und der Bildschirm geht aus, einige Zeit später startet der iPod erneut. Das liegt daran, dass der iPod seine Energie aus dem Akku bezieht: Per USB wird der Akku geladen, der gibt seine Energie an den iPod ab. Wenn nun weniger Ladestrom in den Akku fließt, als der iPod verbraucht, wird der iPod immer wieder von der Energie-Zufuhr abgeschnitten. Was also auf den ersten Blick wie eine defekte Hauptplatine oder Software erscheint, kann an einem verbrauchten Akku liegen. Ein weiterer Grund kann aber auch ein Ladekabel mit Wackelkontakt sein.

Das Problem mit dem Ladekabel lässt sich ja recht einfach eingrenzen (anderes Kabel versuchen, anderen iPod am selben Kabel ausprobieren). Aber auch der Akku-Tausch ist schnell gemacht und ein Ersatz-Akku ist inzwischen nicht teurer als ein neues USB-Kabel.

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Unter der Festplatte befindet sich der Akku, den man jetzt auch noch austauschen kann.

 

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Das Anschlusskabel des Akkus herausziehen.

Als nächstes müssen zwei Schrauben gelöst werden. Ich verwende nur hochwertige Schraubendreher mit gehärteter Spitze. Lieber investiere ich ein paar Euro in gute Schraubendreher als mit schlechtem Werkzeug den iPod komplett zu ruinieren. So macht das Reparieren auch mehr Spass und man macht es öfter – auch mit anderen Geräten. Was zur Folge hat, dass sich der Schraubendreher schnell mehr als bezahlt macht.

Amazon-Link zu Torx 6 Schraubendrehern (Affiliate Link)

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Jetzt wird ein Torx T6 Schraubendreher benötigt.

 

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Die beiden T6 Schrauben lösen, um die grüne Platine an der linken Seite etwas hoch zu ziehen und das Akku-Kabel herausziehen zu können.

 

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Mit einem flachen Schraubenzieher den Akku vorsichtig heraushebeln. ACHTUNG: nicht mit dem Schraubenzieher in den Akku stechen, der Akku kann sonst explodieren. Lithium Ionen Akkus sind äußerst anfällig; werden sie zerstochen, kurzgeschlossen oder beschädigt, explodieren sie sehr leicht.

Akku für den iPod 4G / Photo / Color / U2 (Amazon Affiliate-Link)

iPod Wiederherstellen – der iPod verlangt Apple-Saft

Das Problem: Nach Tausch des Akkus und der Festplatte muss der iPod wiederhergestellt werden. Das geschieht über iTunes. Allerdings muss der iPod nach dem Wiederherstellen an eine externe Stromquelle angeschlossen werden. Zunächst dachte ich, das liegt daran, dass das originale iPod Netzteil für die iPods von Generation 1 bis 4 12 Volt Spannung bereitstellt, anstelle der 5 Volt, die der USB-Standard liefert. Tatsächlich funktioniert es auch mit dem aktuellen original Apple-iPod-Ladegerät mit 10 oder 12 Watt Leistung. Aber auch der Anschluss an den Firewire Port meines PowerMac G5 und meines MacBook Pro 2010 (hier mit Adapter) funktionierte problemlos als Stromquelle.

iPod Wiederherstellen Schritt für Schritt

Zuerst wird der iPod mittels FireWire oder USB Kabel am Rechner angeschlossen. Dann iTunes starten. Der iPod sollte nach ein paar Sekunden erkannt werden. Ist dies auch nach ca. 30 Sekunden nicht der Fall, versetze den iPod in den Disk-Mode.

Dafür schiebst Du die Hold-Taste in die Hold-Position und wieder zurück. Dann hältst Du die „Menu“ Taste und die mittlere Taste („Auswahl“) ca. 6 Sekunden gedrückt. Jetzt erscheint das Apple-Logo (Du hast gerade einen Reset des iPod durchgeführt).

Sofort im Anschluss, noch während das Apple-Logo erscheint, drücke die Auswahl- und Play/Pause-Taste fuur ca. sechs Sekunden. Der iPod sollte nun anzeigen, dass er sich im Disk-Mode befindet.

Wurde der iPod nun endlich in iTunes erkannt, wähle unter dem Punkt „Übersicht“ den Button „Wiederherstellen“ aus.

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In iTunes „Wiederherstellen“ anklicken.

 

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Während dem Wiederherstellen über iTunes zeigt der iPod das gewohnt „Do not disconnect“ an.

 

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Nach dem Wiederherstellen muss der iPod Photo mit dem original Apple Ladegerät aufgeladen werden. Ansonsten erscheint ständig das Zeichen, den iPod mit dem Wall Plug aufzuladen.
Auch iTunes gibt die Meldung aus, dass der iPod nun an ein Netzteil angeschlossen werden muss.
Auch iTunes gibt die Meldung aus, dass der iPod nun an ein Netzteil angeschlossen werden muss.

Wird der iPod über das Ladegerät eines nicht Apple Smartphones geladen, funktioniert es auch nicht. Wahrscheinlich sendet das Ladegerät noch ein Steuersignal, welches dem iPod signalisiert, dass es nun an einer Steckdose hängt.

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Wurde der iPod mit einer korrekten FireWire Schnittstelle verbunden, zeigt der hier etwas schlecht erkennbare Fortschrittsbalken unter dem Apfel-Logo, dass der zweite Teil der Wiederherstellung läuft.

 

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Das FireWire Netzteil der iPods bis zur 4. Generation (inkl. Photo) ist zur Wiederherstellung notwendig, verfügt der Rechner nicht über einen geeigneten FireWire Anschluss.

 

Der iPod Photo / 4G ist der letzte iPod, der eine externe Stromquelle zur Wiederherstellung benötigt. Bereits der iPod Video / 5G kann auch über einen USB-Anschluss wiederhergestellt werden.

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Es können natürlich auch andere, als die empfohlenen Artikel gekauft werden:Link zu Amazon

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Ersatzteile und Verbrauchsmaterial:

DELOCK Converter 1,8ZHDD / iPod > CF Card (bei Amazon.de) Adapter um anstelle einer Festplatte, eine CompactFlash Karte / CF-Card in den iPod einzusetzen.

Ersatzakku für den iPod Photo zum Einbauen: Akku-King Akku für Apple iPod Photo U2 20GB / 30GB / 40GB / 60GB / M9586 / M9830 – ersetzt 616-0206 / AW4701218074 / ICP0534500 Li-Ion – 900mAh – mit Umbauwerkzeug (amazon.de)

Adapter, um iPod-Festplatten (IDE und ZIF) über USB am Rechner anzuschließen: Adaptare 46128 USB-Adapter (4,6 cm (1,8 Zoll) IDE-Festplatte ZIF auf mini-USB Typ-B Kupplung, 50-polig) – Amazon.de

Politurpaste für Kunststoffoberflächen und Plexiglas: Acryl- und Plexiglas Polierpaste 150 ml Tube (amazon.de)

Metall-Chrom-Politur: Elsterglanz Chrom Pflege Reiniger Riesentube 150ml (amazon.de)

Anleitung: Nokia Lumia 520 Digitizer Touchscreen Display Reparatur DIY Reparaturanleitung

Display gesplittert – Smartphone reagiert nicht mehr auf Berührungen.

Das Display ist gebrochen und der Touchscreen funktioniert nicht mehr richtig? Ich zeige, dass es wirklich sehr einfach ist, das Nokia Lumia 520 mit einfachen Werkzeugen zu zerlegen und mit günstigen Ersatzteilen zu reparieren.

Meinem Sohn ist das Smartphone meiner Ehefrau heruntergefallen und dabei das Display gesplittert. Ein Wunder, dass das erst jetzt passiert ist, schließlich hat er es schon gefühlte 10.000 mal vor Wut in die Ecke gefeuert und das hat es immer überlebt – ein echt robustes Gerät 🙂

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Auch das robusteste Handy gibt irgendwann einmal nach – Nokia Lumia 520 mit gebrochenem Display.

Display, Touchscreen … ? Richtig heißt es Digitizer

Tatsächlich ist gar nicht das Display kaputt gegangen sondern nur der Digitizer (Touchscreen) – also das Teil, das den Bildschirm berührungsempfindlich macht.

Was zunächst aussieht wie ein wirtschaftlicher Totalschaden, kann für ca. 15 Euro innerhalb von 10 Minuten repariert werden. Und wer  das Ersatzteil z. B. bei Amazon bestellt, bekommt es unter Umständen schon innerhalb von 24 Stunden zugeschickt – wer Smartphone-süchtig ist, kann also auf schnellen Ersatz hoffen 😉

Achtung! Statische Aufladung kann die Bauteile auf der Platine zerstören.

Bevor Du anfängst, das Nokia-Phone auseinander zu nehmen, möchte ich noch was zum Thema Statische Aufladung erklären.

Du kennst bestimmt das Phänomen, dass Du etwas leitendes (Metall oder eine andere Person) anfasst und dabei „eine gewischt bekommst“ – ein kurzer elektrischer „Knack“ und ein unspektakulärer stechender Schmerz gehen häufig damit einher.

Dieser elektrische Schlag kommt daher, dass sich unser Körper gegenüber der Umgebung leicht elektrostatisch aufladen kann. Gerade wenn wir Kleidung mit synthetischen Garn-Anteilen (jedes dehnbare Gewebe wie T-Shirts, Kapuzenpullis, aber auch Schuhe mit Gummi-Sohle oder Teppichboden) können dazu führen, dass sich unser Körper auflädt. Ist die Luft dazu noch recht trocken, kann der Strom nicht abgeleitet werden und entlädt sich, sobald wir etwas leitendes/geerdetes anfassen.

Nun ist es in dem oben beschriebenen Fall ziemlich eindeutig, denn hier fließen Ströme mit mehreren tausend Volt Spannung. Demgegenüber stehen haufenweise ähnliche Entladungen mit deutlich geringeren Strömen (im Bereich von ca. einhundert Volt), die wir gar nicht mitbekommen.

Bedenkt man, dass die Bauteile auf der Platine des iPod auf Ströme im Bereich von unter 12 Volt ausgelegt sind, ist es logisch, dass ein elektrostatisch geladener Mensch, der den iPod reparieren möchte, schnell mal ein paar ICs (Integrierte Schaltungen) auf der Platine des iPod ins Nirvana befördern kann.

Ich empfehle daher auf jeden Fall für eine Entladung zu sorgen. Man kann es so machen, dass man z. B. das blanke Metall eines Heizkörpers oder die Rückwand eines Desktop-PCs anfasst, bevor man mit der Arbeit beginnt. Ganz sicher kann man aber sein, wenn man ein Armband trägt, dass die elektrische Spannung permanent an einer geerdeten Stelle ableitet.

Ich trage dabei das folgende Armband:

Antistatik-Band antistatisch Armband Erdung Erdungsband Handgelenk Strap NEU (Affiliate-Link)

Hier eine eBay-Suche nach antistatischen Armbändern (Affiliate-Link)

Wer ganz sicher sein will, kann dazu noch auf einer isolierenden Gummi-Unterlage arbeiten. In professionellen Werkstätten ist dies der Standard-Spannungsschutz, den man zuhause für kleines Geld genauso effektiv gestalten kann.

Antistatik-Matten bei Amazon (Affiliate-Link)

eBay-Suche nach antistatischen Matten (Affiliate-Link)

Abgesehen davon sollte man trotz allem versuchen zu vermeiden, dass man Leiterbahnen oder Bauteile auf der Platine berührt. Die Platinen also immer nur am Rand anfassen und Steckverbindungen / Kabel nicht mit der bloßen Hand lösen.

Weiterhin nach Beginn mit der Arbeit nicht zwischendurch aufstehen und herumlaufen – allgemein so wenige wie nötig bewegen und keine synthetische Kleidung tragen.

Werkzeug für den Austausch des Digitizers

Viele Ersatz Digitizer werden gleich mit dem nötigen Werkzeug geliefert. Es wird jedoch von vielen Käufern berichtet, dass es sich hierbei um minderwertiges Werkzeug handelt. Gerade der Schraubendreher führte bei einigen Leuten dazu, dass die Schrauben vom Handy rund gedreht wurden und die Reparatur teilweise fast unmöglich wurde. Andere Nutzer scheinen jedoch mit dem Werkzeug gut zurecht gekommen zu sein. Ich nutze nur hochwertige Schraubendreher mir gehärteter Spitze, da mir das Risiko zu hoch ist, mehr kaputt zu machen, als zu reparieren.

Neben dem Schraubendreher genügt ein einfaches Gitarrenplektron zum Aufhebeln von Klick-Verbindungen und zum trennen von geklebten Flächen. Wer vor dem Trennen von Klebeflächen zurückschreckt, kann auch ein Digitizer mit Rahmen komplett kaufen. Das kostet ca. 10 Euro mehr. Ich empfehle erstmal zu versuchen, Digitizer vom Rahmen zu trennen (das ist die einzige Klebeverbindung). Wenn das schief läuft, kauft man einfach Digitizer inkl. Rahmen. Läuft es gut, kann man sich den Rahmen sparen.

Wer die Anleitung hilfreich fand, kann meinen Blog dadurch unterstützen, über einen der folgenden Links sein Werkzeug oder seine Ersatzteile zu kaufen. Vielen Dank dafür!

Werkzeug:

Torx Schraubendreher T5 von Amazon.de

Gittaren-Plektron (hart) von Amazon.de

Ersatzteile:

Digitizer / Touchscreen ohne Rahmen von Amazon.de

Original Nokia Digitizer / Touchscreen mit Rahmen von Amazon.de

Bebilderte Anleitung zum Tausch des Digitizers / Touchscreens

Kommen wir nun endlich zu der Anleitung. Zunächst wird das hintere Cover abgenommen und acht Schrauben gelöst:

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Acht Schrauben mit Torx T5 lösen. Es gibt verschieden lange Schrauben, daher bitte die Schrauben nicht so durcheinander werfen, wie ich es gemacht habe …

Jetzt kommt das Plektron zum Einsatz. Es wird in der Seite eingeschoben, um die Klipp-Verbindungen zu lösen. Dazu das Plektron einmal rundherum ziehen.

Für die Kenner: Das abgebildete Plektron habe ich nur für die Fotos verwendet, weil es sich von der Farbe so gut abhebt. Es ist eigentlich zu weich. Das harte Plektron, das ich tatsächlich zum Öffnen verwendet habe, ist allerdings grau und wäre auf den Fotos nicht gut erkennbar gewesen.

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Mit dem Plektron werden die Clips-Verschlüsse gelöst, die das Gehäuse zusammenhalten.

Als nächstes werden  die Kabelverbindungen an der Hauptplatine gelöst. Zuerst die Verbindung zum Touchscreen/Digitizer:

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Mit dem Gitarren Plektron lassen sich wunderbar schonend die Kabelverbindungen zum Digitizer/Touchscreen lösen.

Dann folgt die Verbindung zum LCD-Screen:

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Verbindung zum LCD-Screen lösen.

Die Hauptplatine ist nicht weiter befestigt und lässt sich nun einfach herausheben. Das Handy sollte nun wie folgt aussehen:

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Das Nokia Lumia 520 ist nun zerlegt in Akku, Rückdeckel, hinteres Gehäuse, Hauptplatine und Bildschirm-Digitizer-Einheit.

Jetzt wird das Plektron an einer Seite der Display-Einheit eingeschoben und das LCD-Display wird vom Digitizer samt Rahmen getrennt. Es ist hier nicht nötig, mit dem Plektron rund herum zu wandern:

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LCD-Bildschirm und Touchscreen trennen.

So liegen jetzt die Einzelteile des Smartphones vor uns. Es gib Anbieter, bei denen man den Digitizer so wie er jetzt vor uns liegt, inklusive des Rahmens, kaufen kann. Das günstigste Angebot, das ich gesehen habe, kostete 25,– Euro.

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Von links oben nach rechts unten: Akku, hintere Schale, Gehäuserückseite, Logicboard, LCD-Bildschirm, Digitizer mit Rahmen.

Aber die ca. zehn Euro mehr gegenüber dem Digitizer ohne Rahmen, kann man sich eigentlich sparen, denn es ist wirklich sehr einfach, Rahmen und Touchscreen voneinander zu trennen. Dazu wird das Plektron zwischen Glasscheibe des Digitizers und Kunststoffrahmen hineingeschoben und rundherum gezogen.

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Es ist wirklich nicht schwer, den Digitizer vom Rahmen zu trennen.

Jetzt liegt das komplett zerlegte Smartphone vor uns. Länger als 10 Minuten sollte es nicht gedauert haben – oder?

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Das Nokia Lumia in seine Einzelteile zerlegt. Jetzt kann es mit dem Ersatz-Digitizer wieder zusammengebaut werden.

Ich hoffe, meine Anleitung war hilfreich. Wenn dem so sein sollte, würde ich mich freuen, wenn Ihr die Einkaufslinks auf meiner Seite benutzt, um Werkzeug/Ersatzteile zu kaufen. Ihr unterstützt so meine Arbeit, ohne dass für Euch weitere Kosten entstehen.

Auch würde ich mich sehr über eine Nachricht freuen, wenn der Wechsel bei Euch geklappt hat, Ihr Fragen/Anmerkungen zu der Anleitung habt oder Euch sonst etwas auf dem Herzen liegt.

Apple Hardware Test (HWT) auf einem MacBookPro6,2 mid 2010 installieren.

Bei einer Neu-Installatin des Betriebssystems kann es passieren, dass die Partition mit Apples Hardware Diagnose Tool Hardware Test verloren geht. Leider ist es nicht ganz einfach, diese Partition wieder herzustellen, denn zum einen ist die Partition versteckt – man kann sie nicht ohne weiteres unter dem Festplattendienstprogramm sehen. Weiterhin braucht jedes Mac Modell eine spezielle Version des Programms, die genau auf das Gerät abgestimmt ist. Eine Zuordnung ist aber auch nicht ohne weiteres möglich, da Apple seinen Geräten IDs zugewiesen hat, die nicht öffentlich publiziert werden. Diese IDs sind aber notwendig, um das entsprechende Diagnose-Tool für die jeweilige Hardware auszuwählen.

Ich habe hier zwar Links gesammelt, die mir geholfen haben, das MacBook Pro 6,2 mid 2010 mit HWT auszustatten. Die Links enthalten aber auch Informationen, die für andere Rechner hilfreich sind.

Links zum Thema:

Ein Installationspaket, dass das Diagnosetool auf der versteckten Recovery HD Partition installiert. Funktioniert auch unter Mavericks und anderen Macs.

In diesem Artikel finden sich IDs für verschiedene Mac Rechner. Die ID des MacBook Pro mid 2010 muss man in den Kommentaren suchen, es ist der Kommentar vom October 11, 2013 at 3:00 PM von rob. Am besten nach „6,2“ suchen, dann ist es der zweite Treffer.

In diesem Artikel wird beschrieben, wie man den Debug Modus des Festplattendienstprogramms aktivieren kann, um die unsichtbare Recovery HD Partition sichtbar zu machen.

Der entscheidende Befehl in Terminal lautet:

defaults write com.apple.DiskUtility DUDebugMenuEnabled 1

Hat man HWT installiert, muss der Rechner ausgeschaltet werden, dann die Taste „D“ gedrückt halten, während man den Rechner einschaltet (es funktioniert anscheinend nicht mit einem Neustart!). Die Taste „D“ nun solange gedrückt halten, bis das Diagnose-Tool auf dem Bildschirm erscheint. Das kann ein bis zwei Minuten dauern.

DIY: Jeans Hose selber nähen – eine Anleitung für Näh-Anfänger und Größenwahnsinnige ;-) Do It Yourself Jeanshose.

There is also an english version of this article online now.

Inhaltsverzeichnis

Nachdem ich meine Jeans per Hand gekürzt hatte, wurde ich etwas größenwahnsinnig und überlegte mir, dass ich mir doch auch eine komplette Jeans selber nähen könnte …

Zunächst überlegte ich, ob ich es auch per Hand machen soll – wäre an sich schon möglich aber so ausdauernd (oder soll ich sagen masochistisch veranlagt) bin ich dann doch nicht – wobei vor knapp 200 Jahren alles noch per Hand genäht wurde. Also möglich sollte das schon sein.

Als ich dann doch mal unter eBay Kleinanzeigen schaute, wie günstig schon gute Nähmaschinen zu haben sind, überlegte ich nicht lange und entschloss mich, mir eine zu kaufen und das ganze einmal auszuprobieren. DIY: Jeans Hose selber nähen – eine Anleitung für Näh-Anfänger und Größenwahnsinnige 😉 Do It Yourself Jeanshose. weiterlesen

Graflex Crown Graphic / Graflex Speed Graphic – Modifikation der vorderen Objektivstandarte um ein Schwenken des Objektivs zu ermöglichen. Die Presse-Kamera wird zur Fachkamera

Es hat mich mal wieder gepackt und endlich habe ich mich durchgerungen in die Großformatfotografie einzusteigen. Ein falscher Klick auf eBay zeigte mir, wie günstig eine Graflex Crown Graphic schon zu haben ist. Ich dachte, statt viel Geld in einen hochauflösenden Scanner zu investieren, vergrößere ich einfach das Bildformat. Ich mache ja sowieso eher wenig Bilder, und bion immer am Hadern, ob ich nun Farbfilm oder Negativfilm in die Rolleiflex laden soll. Da kommt mit das Großformat mit seinen einzeln zu bestückenden Kassetten ziemlich entgegen.
Schnell hatte ich mich für eine Graflex im mittelmäßigen Zustand enschieden, es gibt ja leider nur wenig Informationen im Internet über diese Kamera, verglichen mit der Zahl der verkauften Kameras. Meine ist lichtdicht, relativ sauber, dafür funktionieren einige Sachen, die das Besondere der Graflex-Presse-Kameras ausmachen leider nicht: Dem Auslöser am Kameragehäuse fehlt der Verbindungs-Arm zum Objektivverschluss, der Messsucher (ja, die Graflex hat einen Messsucher!) ist nicht auf die Brennweite des Objektivs eingestellt (hierzu wird je nach Brennweite ein spezieller „Cam“ benötigt. Ich glaube mein Messsucher ist mit einem Cam für 135 mm ausgestattet). Außerdem fehlt der Sucher, der durch verschiedene Blenden auch noch auf unterschiedliche Brennweiten eingestellt werden kann.
Im Prinzip ist die Graflex Crown/Speed Graphic eine Messsucher-Kamera, wie die Leica II und III, mit getrenntem Einblick zum Bildausschnitt-Bestimmen und zum Scharfstellen – nur mit einem größeren Bildformat, nämlich 10 x 12 cm statt 2,4 x 3,6 cm. Außerdem kann immer nur ein Bild belichtet werden, danach muss die Filmkassette gewechselt werden (gegenüber 36 Aufnahmen bei Leica III).
Aber daneben bietet die Graflex Crown/Speed Graphic die Möglichkeit, über eine Mattscheibe zu Fokussieren. Da ich die Kamera eben nicht als Messsucher-Kamera nutzen wollte, konnte ich auf diese Funktionen verzichten und konnte die Kamera noch günstiger ersteigern, bemerkte aber erst beim Ausprobieren, dass die Verstellmöglichkeiten doch recht eingeschränkt sind gegenüber einer voll ausgewachsenen Fachkamera.
Die zwei schwerwiegendsten Mängel sind die fehlende Schwenkbarkeit der Frontstandarte und die Tatsache, dass sich das Rückteil nicht drehen lässt – es sind nur Aufnahmen im Querformat (Landscape) möglich.
Gerade wenn man Portrait-Aufnahmen machen möchte, wird meistens das Hochformat bevorzugt. Dies kann man dadurch ausgleichen, dass die Kamera einen Gewindeanschluss sowohl an der Seite als auch am Boden besitzt.
Allerdings kommt nun das Problem der fehlenden Schwenkbarkeit zum Tragen: wird die Kamera gedreht, wird aus dem fehlenden Schwenken ein fehlender Tilt. Und gerade der Tilt ist hilfreich, um die Schärfeebene nach Scheimpflug zu verschieben.
Denn zum Einen ist bei 4×5 die Schärfentiefe noch mal deutlich geringer (Blende 5,6 fühlt sich an wie 1,2 bei Kleinbild). Daher ist es häuft notwendig, das Objektiv zu tilgen, um Augen und Nasenspitze zugleich Scharf zu stellen, zum anderen macht man sich im Großformat gerne die Möglichkeit zunutze, durch Tilt die Schultern in die Unschärfe zu legen. Dadurch wird die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Gesicht der Porträtierten Person gelenkt. Dies ist das allseits berühmte Spiel mit der Schärfentiefe.
Zunächst dachte ich nicht an solche Begebenheiten sondern wollte nur das größere Format, doch setzt man sich etwas mit Großformatfotografie auseinander, vermisst man diese Möglichkeit recht schnell. Großformat fängt an, sich unkomplett zu anzufühlen.
Zum Glück gibt es auch hier Abhilfe. Dafür muss man google einfach wieder die richtigen Fragen stellen. Ich wußte zwar schon, dass die Graflex kein Schwenken ermöglicht, tat aber einfach mal so, als ob ich wissen wollte, wie man denn nun diese blöde Frontstandarte „swingen“ kann und gab bei google ein: „Graflex Crown Graphic front Standard swing“. Und siehe da, für alles gibt es eine Lösung und für uns eine Bastelanleitung zum Graflex Crown/Speed Graphic Front Standard Swing Mod.

Die Modifikation ist eigentlich recht simpel, alles was man dafür braucht ist ein Feinbohrschleifer (auch Dremel genannt) mit geeigneten Schleifaufsätzen (sowie Schutzbrille und Mundmaske). Am Ende des Artikels mach ich eine Einkaufsliste mit Affiliate Links direkt zu entsprechenden Artikeln. Wenn Ihr Euch für diesen Artikel bedanken wollt, würde ich mich über einen Kauf über diese Links freuen, ihr unterstützt damit diesen Blog ohne einen Cent zahlen zu müssen.

DIY: Do It Yourself C-41 Entwickler und Bleichfixierer

Ein Projekt für die Zukunft: Selbstansatz von C-41 Entwickler. Interessant daran ist: aufgrund der Tatsache, dass es sich um einen Zweibad Entwickler handelt, kann mit Temperaturen zwischen 21° und 30° gearbeitet werden, ohne dass die Entwicklungszeiten angepasst werden müssen! Ein Traum, da so teure Gerätschaften überflüssig werden.
Noch mehr Geld kann dadurch gespart werden, dass der Entwickler sehr günstig ist und aufgrund seiner Zweibad-Struktur sehr lange haltbar ist. Ich habe den Entwickler noch nicht ausprobiert, werde aber eine bebilderte Anleitung posten, wenn ich es tue.
Links/Quellen:

DIY: Do It Yourself Polaroid – Polaroid selber machen

Seit dem Polaroid die Produktion eingestellt hat, gibt es keinen Hersteller, der Sofortbildfilme für das Format 4 x 5 Inch anbietet. Fuji und Impossible Project sind zwei Hersteller, die noch/neuerdings Sofortbildfilme herstellen, aber leider nur für andere Formate. New55 ist ein Projekt, das einen neuen 4 x 5 Polaroid Type 55 Film auf den Markt bringen will. Die Finanzierung scheint zu stehen, es ist also nur noch eine Frage der Zeit. Nichts desto trotz reizt mich reine Experimentierfreude an, es auch zu probieren.

Es gibt allerdings im Netz eine Anleitung (), wie jemand eine Self Made Polaroid Type 55 Kopie nachgebaut hat. Das Problem: die Anleitung ist etwas unklar. Ich werde es versuchen selber nachzubauen. Dieser Beitrag wird sich noch entwickeln, zusammen mit den Fortschritten, die ich im Versuch mache.

Linkliste:

Wie funktioniert ein Polaroid eigentlich …

Zum Prozess: Ein Polaroid ist im Prinzip ein Foto, dass in einem Ein-Bad-Entwickler innerhalb einer wasser- und lichtdichten Hülle entwickelt wird. Das besondere am Ein-Bad-Entwickler ist, dass der Fixierer direkt mit dem Entwickler zusammen auf die Emulsion gebracht wird. Der Fixierer muss also langsamer als der Entwickler wirken, damit das Silber nicht vor dem Entwickeln aus dem Film entfernt wird. Das Besondere an Type 55 ist zudem, dass nach der Entwicklung ein Positiv und Negativ vorliegen.

Das Paket enthält drei Schichten: Ein bereits fixiertes Blatt unentwickeltes (weißes) Fotopapier, als nächstes ein verschlossener Beutel mit dickflüssigem Entwickler/Fixierer (am Rand liegend), zum Schluss der Negativ-Film.

Nach der Belichtung wird der Beutel gequetscht, so dass der Ein-Bad-Entwickler zwischen Positiv und Negativ ausläuft und durch weiteren Druck verteilt wird. Das Negativ wird entwickelt und entwickeltes Silber wandert im Kontakt vom Negativ auf das Fotopapier. Negativ und Positiv werden nach einigen Minuten voneinander getrennt und beide werden mit Wasser ausgewaschen.

Der Entwickler besteht aus:

HC-110 5 ml

HC-110 von Kodak ist en gut geeigneter Entwickler, denn er ist hoch konzentriert (daher auch HC) und ewig haltbar. Zudem ist er stark kornablösend, was hilfreich ist, um das Bild auf das Positiv zu transferieren.
Die Angaben beziehen sich auf den amerikanischen, sirupartigen Entwickler. Dieser wird in 1 Liter Flaschen angeboten und ist auch in Deutschland erhältlich und trägt die Produktbezeichnung CAT 501 0541 oder CAT 140 ?8988?. Es gibt noch den europäischen HC-110 in 500 ml Flaschen, der schwächer konzentriert ist und die Produktbezeichnung CAT 500 1466 enthält.
Zum Vergleich der Konzentrationen: wird der US-Entwickler 1+15 verdünnt, muss man den europäischen 1+4 verdünnen, um die selbe Konzentration zu erhalten.

Ammoniak 12 ml

Ich vermute hiermit ist 25 %ige Ammoniaklösung gemeint. Donald Qualls vermutet zwar, dass sein Haushalts-Ammoniak eine fünfprozentige Lösung sei, er hat aber keine Angaben hierzu gelesen. In Deutschland finde ich immer nur 25 prozentiges Ammoniak. Vielleicht sind die Vorschriften in den USA aber auch strenger.
In Deutschland wird Ammoniak auch als Salmiakgeist verkauft und enthält dann weniger als 9 % Ammoniak. Hier muss also noch probiert werden, welche Konzentration gemeint ist.
ACHTUNG! Sicherheitshinweis: Ammoniak ist reizend, bei hoher Konzentration (ab 10 %) ätzend! Es muss eine für Ammoniak geeignete Atemmaske beim Verarbeiten von Ammoniak benutzt werden, um Lungenschäden zu vermeiden. Das Einatmen hoch konzentrierter Ammoniakdämpfe kann tödlich sein. 3 bis 5 ml Ammoniak zu verschlucken ist bereits tödlich!

Fixierer: Ilford Rapid Fixer 3 ml

und

Methylcellulose/Methylzellulose um eine geleeartige Konsistenz zu erzielen. Hierbei handelt es sich um einen Emulgator/Verdickungsmittel, das vielen Lebensmitteln, Arzneimitteln und Tapetenkleister hinzugefügt wird.

Alles zusammen wird in 14 ml Wasser gemischt.

Apple Computer und Fotografie