Kodacolor II

Ein Kollege, der in den Ruhestand gegangen ist, hat mir sein Fotolabor geschenkt. Mit dabei waren zwei schon lange abgelaufene Negativ-Filme. Ich möchte hier den Kodak Farbfilm Kodacolor II ASA 80 / 20 DIN, mit Ablaufdatum Juli 1977 vorstellen. Der Film bietet Platz für 20 Aufnahmen und kam in einer noch komplett verschlossenen Papp-Schachtel.

Kodacolor II Box
Kodacolor II Box
Kodacolor II Ablaufdatum Juli 1977
Kodacolor II Ablaufdatum Juli 1977. Der Film bietet Platz für 20 Aufnahmen. Die Empfindlichkeit ist mit ASA 80 / 20˚ DIN angegeben.
Kodacolor II Box Größenvergleich
Kodacolor II Box Größenvergleich.
Kodacolor II Patrone
Kodacolor II Patrone in schönem Zebra-Design.
Kodacolor II Filmdose und Beipackzettel
Kodacolor II Filmdose und Beipackzettel
Kodacolor II Patrone und Filmdose
Kodacolor II Patrone und Filmdose
Kodacolor II mit Leica-Schwanz
Kodacolor II mit Leica-Schwanz. Bei der Kamera handelt es sich jedoch um eine Zorki I, eine russische Leica-II-Kopie.

Eine Internet-Recherche ergab, dass solch alte Filme durchaus noch immer brauchbare Ergebnisse liefern, wenn die Empfindlichkeit entsprechend dem Alter angepasst wird. Einer Flickr-Diskussion folgend sollte der Film π·Daumen um eine Blende länger belichtet werden, für jedes Jahrzehnt seit dem Herstellungsdatum.

Ich gehe einfach davon aus, dass der Film ca. 1974 hergestellt wurde. Wie lange Kodak damals die Lagerzeiten angegeben hatte, weiß ich nicht, da 1974 aber mein Geburtsjahr ist, nehme ich dieses Datum auch aus persönlichen Gründen.

Dementsprechend müsste die Empfindlichkeit um knapp 4 Blenden geringer ausfallen als angegeben. Somit ergibt sich eine ISO-Empfindlichkeit von 5/8 oder ASA 5 / 8˚ DIN.

Bei solch einer geringen Empfindlichkeit empfiehlt es sich, den Film in einer Messsucherkamera zu belichten. Ich werde allerdings nicht die oben abgebildete Zorki 1 benutzen sondern meine Kiev IV, da diese ein Jupiter-3 Objektiv mit einer Anfangsöffnung von f 1,5 bietet. Auf der Zorki habe ich nur ein f 3,5 Objektiv.

Sobald der Film belichtet wurde, werde ich an dieser Stelle berichten.

Analoge Farbnegative im C-41 Prozess per Hand selber Entwickeln – Anleitung zum selbst Entwickeln

Farbbilder selber entwickeln ist kinderleicht. Häufig wird behauptet, es sei ein sogenannter Prozessor notwendig, da die Temperaturen der Entwickler-Chemikalien im 0,1-Grad-Bereich genau eingehalten werden müssten und die Rotationsgeschwindigkeit und Entwicklungsdauer sehr genau definiert sind.

Tatsächlich ist es nur geringfügig mehr Aufwand als Schwarz-Weiß-Negative zu entwickeln. Das Ansetzen der Chemikalien ist mit dem Tetenal C-41 Set sogar noch einfacher und wer bereits s/w entwickelt hat, hat schon alle Utensilien zuhause.

Ein toller Trick, den ich mal in einem Forum gelesen habe: anstelle einer teuren Rotationsmaschine oder einer anderen Entwicklermaschine kann man die Entwicklerdose auch einfach im gefüllten Waschbecken per Hand rotieren lassen. Das Wasserbad hält den Entwickler auf der richtigen Temperatur und die Luft in der Dose verändert ein Absinken und macht somit das Rotieren per Hand sehr einfach.

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Benötigt wird:

  • Entwickler-Chemikalien für den C41-Prozess. Ich verwende das Kit von Tetenal.
  • genaues Thermometer – es muss kein Colorthermometer (affiliate link) sein, dieses Thermometer (affiliate link) genügt vollkommen
  • Entwicklerdose: ich verwende die von Jobo (affiliate link), es gibt auch eine kleinere Variante (affiliate link), wenn man nur Kleinbild verwenden möchte. Um sich die Option für Mittelformat offen zu halten, würde ich die wenigen Euros mehr ausgeben anstatt mittelfristig neu zu kaufen. Günstiger sind die Entwicklerdosen von AP, Patterson oder Kaiser (affiliate link) – damit habe ich aber nur wenige Erfahrungen und kann daher nicht viel zu den Unterschieden sagen.
  • Wechselsack (affiliate link), um die Filme bei Dunkelheit einspulen zu können, ohne einen ganzen Raum abdunkeln zu müssen. Nach dem Einspulen kann im Hellen weiter gearbeitet werden.
  • drei Flaschen für Chemikalien (1 l – es geht aber auch, wenn man die Hälfte ansetzt, ich benutze z. B. 500 ml Flaschen)
  • Haushaltseimer
  • Haushaltshandschuhe
  • Stoppuhr
  • Messbecher
  • Trichter

Chemikalien ansetzen

Zunächst werden die Chemikalien angesetzt. Das Tetenal-Set hat schon alle Einzelchemikalien als Lösung vorbereitet. Diese braucht man nur noch in entsprechender Menge Wasser in angegebener Reihenfolge einrühren.

Filme einspulen

Danach werden die Filme wie gehabt in die Entwicklerdose eingespult. Ich verwende hierzu einen Wechselsack: Ein dunkler Stoffbeutel mit Reißverschluss und doppelter Knopfleiste sowie zwei Handeingriffen mit doppeltem Gummizug. So kann man ohne Dunkelkammer die Filme einspulen.

Chemikalien temperieren

Nun wird der Eimer mit warmen Wasser gefüllt und die Flaschen mit den Chemikalien hereingestellt. Die Wassertemperatur soll deutlich höher als 30 Grad sein. Jetzt wird solange gewartet, bis die Temperatur bei 30 bis 31 Grad Celsius liegt.

Die Flaschen mit den Entwickler-Chemikalien werden vortemperiert.
Die Flaschen mit den Entwickler-Chemikalien werden vortemperiert.

Während wir warten können wir im Waschbecken warmes Wasser einlassen. Auch dies soll deutlich über 30 Grad warm sein – besser noch heißer als das Wasser im Eimer, da das Waschbecken schneller auskühlt als der Wassereimer. Ich lege hier die Entwicklerdose herein, um den Film bereits vorzutemperieren.

Der Film wird mit der Entwicklerdose im Waschbecken vortemperiert.
Der Film wird mit der Entwicklerdose im Waschbecken vortemperiert.

Das Wasser im Waschbecken wird gebraucht, um die Entwicklerdose während des Entwicklungsprozesses auf 30 Grad zu halten.

Vorwässern

Nun wird der Film in der Dose mit temperiertem Wasser (am besten aus dem Waschbecken) auf 30 Grad eine Minute lang vorgewässert. Danach das Wasser ausschütten. Das Vorwässern ist notwendig, um den Film auf die richtige Temperatur zu bringen.

Film eine Minute Vorwässern.
Film eine Minute Vorwässern.

Entwickeln

Jetzt wird der Entwickler eingefüllt und die Stoppuhr gestartet.

Entwickler einfüllen.
Entwickler einfüllen.

 

Stoppuhr starten.
Stoppuhr starten.
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Dose per Hand drehen – ca. zwei bis drei mal pro Minute die Richtung wechseln.

 

Zum Entwickeln wird die Dose 7,5 Minuten lang im Waschbecken per Hand gedreht. Dabei sollte zwei bis drei mal pro Minute die Richtung gewechselt werden, um Schlierenbildung bei der Entwicklung zu verhindern.

Danach den Entwickler zurück in die Flasche füllen. Jetzt geht es deutlich entspannt weiter.

BX – Bleichfixierbad

Das Bleichfixierbad löst ähnlich wie beim Schwarz-Weiß-Prozess die Silberkristalle heraus – aber nicht nur die unentwickelten sondern auch die belichteten/entwickelten. Übrig bleiben die Farbkuppler.

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Bleich-Fixier-Bad einfüllen.

Das Bleichfixierbad kann auch im Kipp-Rhytmus entwickelt werden (10 Sek. kippen je Minute – Dauer vier bis fünf Minuten). Ich mach es jedoch auch in der Rotation, da ich so weniger Chemikalien-Ansatz benötige. Hier muss aber nicht so genau auf Geschwindigkeit und Richtungswechsel geachtet werden, wie dies beim Entwickler der Fall ist. Auch kann die Temperatur ruhig etwas niedriger liegen.

Nach dem Bleichen und Fixieren zwischenwässern.

Stabilisator

Als letzter Schritt der Entwicklung wird das Stabilisator-Bad eingeschüttet. Das Stabilisatorbad verhindert, dass sich im Film Sporen oder Keime festsetzen, somit wird die Lagerdauer deutlich erhöht. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass dem Wasser die Oberflächenspannung genommen wird, wodurch sich beim Trocknen keine Wasserflecken bilden.

Stabilisator-Bad in die offene Dose einschütten.
Stabilisator-Bad in die offene Dose einschütten.

Dann wird die Spirale mit Film ein paar mal ein- und ausgetunkt.

Film trocknen

Nach einer Minute kann der Film heraus genommen werden und zum Trocknen aufgehängt werden. Ich streife ihn vorher sanft mit den Gummihandschuhen ab, damit es keine Flecken gibt.

Film mit Gummihandschuhen vorsichtig abstreifen.
Film mit Gummihandschuhen vorsichtig abstreifen.
Film an aufgebogenen Büroklammern aufhängen.
Film an aufgebogenen Büroklammern aufhängen.

Über einen Kommentar mit Anmerkungen, Anregungen, Kritik oder einfach Euren eigenen Erfahrungen würde ich mich sehr freuen.

Contax II & Kiev 4 Viewfinder Mask Adaptor Project

In this article I want to give some information about my effort on creating an optical viewinder adaptor for Contax II and Kiev 4 cameras. The intention is to be able to use different focal lengths on the internal viewfinder so that no more extra viewfinder – like the turret viewfinder – is needed.

I had the idea in creating one since I read about the Leica M3 (?) and it’s special version of a Summicron 35 mm lens that comes with attached lenses that change the angle of view of the viewfinder. You can see an example on this great Leica-Fan-Site (which is in german only – sorry about that).

I am using a Kiev 4 for budget reasons so I was looking for a rather inexpensive solution  and thought about fixing an adaptor on the tripod mount because I did not wanted to make the lightmeter on my Kiev 4 obsolete.

About the same time I bought my Kiev 4a – the one without light meter – I found an article about cheaply creating a finder mask for tele lenses on rick olesons great site. This gave me the idea to create a simple mask made of adhesive tape that can be used on the Kiev 4 and Kiev 4a without blocking the light meter.

Btw.: it is a bit hard to read on Ricks notes – the size of the mask is calculated the following way:
mask size = RF size · 50 ÷ f

Kiev 4a with viewfinder mask
Kiev 4a with a simple viewfinder mask made of adhesive tape, cardboard and black paint.

The problem about this finder is that even tiny changes in the position of the mask have huge impact on the framing of the picture. My first roll had real problems with cut off parts in the pictures.

I thought if I put two lenses in front of the viewfinder windows in front of the camera with the proper dioptre my problems could be solved. So I went to a local optician and asked if this is technically possible. He explained that this might be no problem as long as I deliver him a frame in which he could put the cut out lenses. The lenses itself will be rather cheap (approximately 12 Euros each if I remember correctly).

Since then a few years are gone, I was really busy raising the kids and work wise. So I restarted this project and found a place that cuts out aluminium plates from an uploaded CAD-File – or even they deliver a software where you can manipulate the CAD file and instantly check the price upload and order. Sorry – for this software again is in german only.

So I designed a frame already, if the budget allows I will order it next month and see if I can get the lenses attached to it. I will continue this article if anything new happens here.

Bildschirmfoto 2013-02-19 um 16.14.18
Screenshot of the software FrontDesign that allows to design, calculate and order aluminium plates in different thickness and finishes.

I will also share the FrontDesign-CNC-File in case you would like to do development on this on your own. Only thing I demand is that you leave a comment here if you did any development on this:

Download: Kiev IV Brille optisches Glas.bak

Update:

After playing around with this masking idea I figured out that there are big problems with parallax. It would be needed to add some marks for close up focus since the magnification gets bigger if you focus closer adding with the growing effect of parallax which gets bigger the closer you focus either.

Since these are too big technical problems I actually do not focus on this project in the moment any more but bought me a turret finder for the Kiev 4 camera. Anyway the mask can work fine if you bear these limitations in mind.

Mirrored Zeiss Turret Viewfinder copy from Arsenal Kiev. The Viewfinder can be used for 28, 35, 85 and 135 mm lenses on the Kiev 4. On this picture you can see, that the viewfinder can be switched for parallax compensation if you are focusing closer.
Mirrored Zeiss Turret Viewfinder copy from Arsenal Kiev. The Viewfinder can be used for 28, 35, 85 and 135 mm lenses on the Kiev 4. On this picture you can see, that the viewfinder can be switched for parallax compensation if you are focusing closer.
The Kiev 4 camera with a Jupiter 11 lens and the Arsenal Kiev copy of the Zeiss Turret Viewfinder.
The Kiev 4 camera with a Jupiter 11 lens and the Arsenal Kiev copy of the Zeiss Turret Viewfinder.
Here you can see how the mirrored design of the Arsenal Kiev Turret Viewfinder prevents itself from building an obstacle for accessing the controls of the Leica II camera and its copies like the Zorki or FED.
Here you can see how the mirrored design of the Arsenal Kiev Turret Viewfinder prevents itself from building an obstacle for accessing the controls of the Leica II camera and its copies like the Zorki or FED.
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If you are interestet in buying a kiev 4 camera or anything else on eBay you can support this blog by using the following link:
eBay Search for Kiev 4 (affiliate link)

 
eBay search for Jupiter 11 lens (affiliate link)

Gossen Lunasix F aka Luna Pro F

Ich möchte hier meinenvorstellen.

Es handelt sich um einen der letzten analogen Belichtungsmesser. Der Vorteil dieses Systems liegt in der Nadel, die bei dauerhaft arretierter Messtaste permanent die Messergebnisse anzeigt. So lässt sich leicht der Kontrastumfang eines Bildes ausmessen. Die Skala 3  |  |  2  |  |  1  |  |  0  |  |  1  |  |  2  |  |  3 steht hierbei für Blendenstufen. Bleibt die Nadel z. B. links von der Null stehen, ist der Bildbereich dunkler als ein mittleres Grau. Die Ziffern geben dabei die Abweichung in ganzen Blendenstufen an, die Striche stehen logischerweise für jeweils 1/3 Blenden. Mittels dieser Skala kann leicht nach dem Zonensystem gearbeitet werden.

Ich verwende es in einer vereinfachten Form, indem ich mittels

die gewünschten hellsten Bereiche anmesse und die Nadel auf plus 3 stelle. Oder, wenn ich mit Blitz arbeite, das Hauptobjekt auf 0 ausmesse und dann den Hintergrund – wenn ich diesen komplett weiß freistellen möchte – so ausleuchte, dass dieser auf 2 oder 3 gemessen wird.

Gleiches gilt natürlich umgekehrt, möchte man eine Low-Key-Auffassung erzielen.

Die folgende Abbildung zeigt die wichtigsten Funktionen im Überblick. Der Lunasix F ist hier mit einem Tele-Vorsatz versehen worden.

Lunasix F Manual/Handbuch: die wichtigsten Funktionen im Überblick.
Lunasix F Manual/Handbuch: die wichtigsten Funktionen im Überblick.

Der aufgesetzte Tele-Vorsatz reduziert den Messwinkel von 30° auf wahlweise 15° oder 7,5°. Es lassen sich so relativ genau definierte Bildbereiche ausmessen. Bei großen Helligkeitskontrasten im direkten Umfeld der angepeilten Bildbereiche soll es aber zu ungenauen Messungen kommen. Mir ist das aber noch nicht aufgefallen. Für mich reichten die 7,5° bisher immer vollkommen, andere Leute vermissen allerdings gerade dieses Feature am Lunasix F.

Ein weiterer Schwachpunkt ist, dass sich am Lunasix F die Torzeit nicht regeln lässt. Der Belichtungsmesser misst beim Blitzen immer die Lichtmenge, die innerhalb 1/60 Sekunde einfällt. Also 1/60 Sekunde Umgebungslicht plus das Licht des Blitzes (der leuchtet immer kürzer als 1/60).

Blick durch den Sucher des Gossen Tele Vorsatz
Blick durch den Sucher des Gossen Tele Vorsatz. Die Unschärfe am Rand resultiert aus der mangelhaften Randschärfe der verwendeten Makrolinse (ein umgekehrtes Planar vor einem Tessar). Der rote Kreis markiert den 15° Bereich, der grüne Ring – welch‘ Überraschung – den 7,5° Ausschnitt.

Modernere Belichtungsmesser können gerade in diesem Bereich punkten, da hier häufig eine Torzeit entsprechend der eingestellten Verschlusszeit an der Kamera eingestellt werden kann und außerdem so Features wie der Kontrast zwischen Umgebungslicht und Blitzlicht gemessen werden können. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich noch nicht so weit in die Materie eingestiegen bin sondern mit dem einfachen Blitzen und Messen immer gut gefahren bin – was vielleicht auch daran liegt, dass ich beim Blitzen (anders als bei Available Light) gerne mit geschlossener Blende und häufig abends arbeite, wodurch das Umgebungslicht kaum eine Rolle spielt.

Ein weiteres Manko des Lunasix F ist der, dass die Kalotte, die bei Lichtmessung verwendet wird, starr an der Vorderkante des Belichtungsmessers angebracht ist. Es kann als nicht flach am auszumessenden Objekt gemessen werden. Ich habe mir hier geholfen, indem ich mir für kleines Geld den

besorgt habe. Dessen Messfläche liegt an der Oberseite. Da es sich um eine Fläche handelt und nicht um eine Halbkugel, eignet sich der Repro Vorsatz außerdem gut, um selektiv zu messen, ohne dass ungewolltes Licht anderer Blitzlampen seitwärts auf die Kalotte trifft. Der Repro-Vorsatz ist also vergleichbar zum Beispiel mit einem Minolta Flat Diffuser. Allerdings ist der Gossen Repro Vorsatz deutlich günstiger zu bekommen – wenn man etwas geduldig ist schon ab 10 bis 15 Euro.

Der Repro Vorsatz kann am Lunasix F als Flat Diffuser zum selektiven ausmessen einzelner Lampen im Studio verwendet werden.
Der Repro Vorsatz kann am Lunasix F als Flat Diffuser zum selektiven ausmessen einzelner Lampen im Studio verwendet werden.

Auch wenn der Reprovorsatz nicht schwenkbar ist, kann man sich hier behelfen, indem der Vorsatz einfach verkehrt herum am Lunasix F angebracht wird.

Lunasix F mit Gossen Repro Vorsatz
Einige Erweiterungen für den Lunasix lassen sich auch verkehrt herum anbringen.

Auf der Website des Herstellers Gossen kann man noch die Bedienungsanleitung im PDF-Format herunterladen.

Regula Variant 740-2 MFD: der perfekte Strobisten Blitz

Heute möchte ich einen interessanten Strobigsten Blitz vorstellen, den Regula Variant 740-2 MFD. Der Blitz wird leider nicht mehr hergestellt ist aber noch relativ häufig – und vor allem günstig – auf dem Gebrauchtmarkt zu finden. Es gibt ihn auch unter anderem Namen als Porst MDC 400-2 und Carena MDC 400-2. Diese drei Geräte sind jedoch bis auf den Aufdruck komplett identisch.

Der Regula Variant 740-2 MFD und seine baugleichen Zwillinge Porst MDC 400-2 und Carena MDC 400-2.
Der Regula Variant 740-2 MFD und seine baugleichen Zwillinge Porst MDC 400-2 und Carena MDC 400-2.

Anscheinend gibt es auch noch eine Variante dieses Blitzes ohne zweiten Aufhell-Reflektor an der Front. Zumindest gibt es von Regula eine Anleitung für beide Blitze: 740-1 MFD und 740-2 MFD zusammen. Demnach sollte es auch die Carene/Porst Variante mit nur einem Blitzreflektor und dem Namenszusatz 400-1 geben. Tatsächlich habe ich diesen Blitz noch nie bei eBay oder anderer Recherche im Netz jemals gefunden.

Vorsicht! Verwechslungsgefahr: Regula Variant 740-2 MC

Der Regula Variant 740-2 MC ist eine abgespeckte Version, die ich nicht empfehlen kann, da der MC gegenüber dem MFD keine manuelle Regelung der Blitzleistung ermöglicht. Und genau da liegt der Vorteil des 740-2 MFD, der ihn als Strobisten Blitz so interessant macht.

Regula Variant 740-2 MFD Rückseite
Der 740-2 MFD kann daran erkannt werden, dass er rechts einen Schalter M/C hat, an dem zwischen Computer und Manuell umgeschaltet werden kann. Der untere Schieberegler steuert dementsprechend entweder die Blitzleistung (1/1 1/2 1/4 1/8 1/16) oder das Computerprogramm (I II III IV V).

Manuelle Steuerung der Blitzleistung in Zeiten von E-TTL & Co. Ist das noch aktuell?

Alle Welt redet von TTL-Blitzsteuerung, warum also so etwas antiquiertes wie manuelle Steuerung der Blitzleistung? Diese Frage wird häufig gestellt, wenn unerfahrene Fotografen sehen, dass man seine moderne digitale Spiegelreflex-Kamera zusammen mit 30 Jahre alten Blitzgeräten verwendet. Doch was ist der Vorteil von manueller Blitzregelung? Kurz gesagt, man kann die Beleuchtung (nicht Belichtung) deutlich vielfältiger steuern, als wenn man dieses einer Automatik überlässt.

Ein Blitz wirkt unnatürlich – warum wirken dann zwei nicht noch unnatürlicher?

Wir alle kennen das, der eingebaute oder aufgesteckte Blitz leuchtet das Bild zwar frontal gut aus, es ist alles gut zu erkennen – aber wirklich schön sieht das Bild nicht aus. Vor allem geht die räumliche Wirkung des natürlich (oder auch durch Lampenarrangements) vorhanden Lichts kaputt, wird brutal von vorne ausgeleuchtet. Hinzu kommen unschöne Schlagschatten an der Wand hinter dem fotografierten Objekt. Demgegenüber fehlen beim frontalen Blitz die Schatten im Gesicht, die bei seitlichem Licht entstehen würden und uns helfen, die Dreidimensionalität in einem zweidimensionalem Foto zu erfassen.

Fotostudio mit nur einem Blitz?

Jeder der einmal bei einem Fotografen Bewerbungsfotos hat anfertigen lassen, weiß, dass in einem professionellen Fotostudio nicht nur ein Blitzlicht zur Anwendung kommt. Hier gibt es ein Licht von der Seite – meistens eine große Softbox, auch Lichtwanne genannt, die ein weiches Licht abstrahlt. Eine oder mehrere Lampen leuchten der Hintergrund aus und ein weiteres Licht zaubert einen Glanz von oben in die Haare (dies ist das Headlight). Eine Beautydish hellt das Licht auf der Seite des Gesichtes auf, dass dem Hauptlicht abgewandt ist. Wir sehen also, dass hier viele verschiedene Blitze zum Einsatz kommen, die alle natürlich mit unterschiedlicher Intensität das Bild ausleuchten. Und glauben Sie mir, keine Automatik der Welt kann bestimmen, welche Lampen mit welcher Intensität blitzen sollen, dies kann nur die kreative Vorstellungskraft eines geübten Fotografen entscheiden.

Fotostudio im Rucksack

Und hier kommt die manuelle Regelung der tragbaren Blitze ins Spiel. Ursprünglich wurden diese Blitze dafür konzipiert, dass sie auf die Kamera gesteckt werden um das Foto frontal auszuleuchten. Da es zu Beginn keine Automatik-Programme an den Blitzen gab, mussten die Fotografen die richtige Blende mittels Entfernung und Blitzleistung abschätzen bzw. ausrechnen.

In den 1970er Jahren kamen dann Blitzgeräte auf den Markt mit einem sogenannten Thyristor, der die Blitzleistung regelt. Ein weiterer Sensor misst hierbei die reflektierte Lichtmenge und schaltet den Blitz innerhalb von Tausendsteln von Sekunden aus, sobald eine ausreichende Lichtmenge reflektiert wird. Diese – damals – neuartigen Blitze haben also die Möglichkeit, die Blitzleistung zu regeln, häufig fehlt hier jedoch eine manuelle Einstellmöglichkeit, da man den Anwendern ja gerade die Arbeit des Rechnens und Schätzens abnehmen wollte. Stattdessen braucht auf der Rückseite des Gerätes die Blende und Filmempfindlichkeit angegeben werden und der eingebaute Prozessor regelt die Blitzleistung vollautomatisch. Eine manuelle Regelung einzubauen, wäre aus dieser Sicht absurd gewesen.

Daher gibt es nur wenige hochwertige Steck-Blitze, die für professionellere Anwender gedacht sind und eben das Feature der manuellen Regelbarkeit enthalten oder als Nachrüstsatz bieten, wie zum Beispiel die Metz Stabblitze, die durch Zusatzgeräte erweitert werden konnten.

Der Regula Variant 740-2 MFD ist einer der wenigen Kompakt-Blitzgeräte, der sich auch manuell regeln lässt. Ein weiterer Vertreter mit ähnlicher Leistung sind der Vivitar 285 HV / 283 oder der Sunpak 383, auf die ich weiter unten noch kurz eingehe. Der 740-2 hat ein zwei entscheidende Vorteile. Zum einen ist der Blitz gebraucht für 10 bis 20 Euro z. B. bei eBay zu bekommen. So lässt sich leicht ein Set von zwei bis vier Blitzen zusammenstellen, mit denen man ein mobiles Fotostudio aufbauen kann.

Blitzspannung kann die Elektronik einer digitalen Spiegelreflexkamera zerstören

Weiterhin ist mir bisher kein Exemplar untergekommen, dass eine höhere Spannung als 12 Volt an den Blitzkontakten aufweist. Gerade der Vivitar ist erst seit Ende der 1990er Jahre mit einer geringen Blitzspannung zu bekommen. Die älteren Modelle haben ca. 300 Volt Spannung auf den Kontakten – und das kann das Ende für moderne Spiegelreflexkameras bedeuten.
In der folgenden Liste kann die Blitzspannung verschiedener Blitzgeräte nachgeschlagen werden.

Spannung am Blitzschuh des Regula Variant 740-2 MFD
Mit einem Spannungsmesser lässt sich die Spannung am Blitzschuh des Regula Variant 740-2 MFD messen. In diesem Fall sind es ca. 12 Volt.

Ich stelle im folgenden eine bei dem Online-Auktionshaus eBay zur Verfügung. Mit ein bisschen Glück findet man den Blitz für 10 bis 20 Euro.

Der Vivitar 283 (Affiliate-Link) bzw. 285 (Affiliate-Link) ist vor allem in den USA weit verbreitet. Die neue Version 285 HV (Affiliate-Link) ist für moderne Kameras angepasst worden, indem die Trigger-Spannung reduziert wurde. Vorteil: kann noch als Neugerät (in dieser Form seit den 1970er Jahren!) mit Garantie gekauft werden. Nachteil: die ältere Version (ohne HV) braucht einen Aufsatz, um die Belichtung manuell einstellen zu können. Der 285 HV wird mit Vari Power Modul zur manuellen Steuerung geliefert. Ich mag den Vivitar gerne, da er robust ist und irgendwie schick aussieht, allerdings hatte ich nur einmal die alte 283 Variante mit ca. 300 Volt Spannung am Blitzfuß. Auch bietet das Vari Modul anscheinend nur vier Regelstufen: 1/1 1/2 1/4 1/16. Der Regula Variant bietet außer diesen noch die Stufe 1/8.

Eine weitere Alternative ist der Yongnuo Speedlite YN 465 (Affiliate-Link), ein chinesisches Modell, das zusätzlich zu manueller Regelbarkeit noch eine E-TTL II Funktionalität aufweist, also kompatibel mit der Blitzautomatik von modernen Canon EOS Spiegelreflexkameras (D-SLRs) ist. Ich bin mit meinem zufrieden, habe mir aber nur einen geholt, da ich keinen Gebrauch für mehr als einen E-TTL-Blitz habe. Der YN 465 kann wie folgt geregelt werden: 1/1 1/2 1/4 1/8 1/16 1/32 1/64 1/128 und ist außerdem recht günstig zu haben. Den aktuellen Nachfolger YN 468 II kenne ich leider nicht, aber was soll da schon schlechter geworden sein? (Es gibt auch eine Variante für Nikon).

Von Yongnuo gibt es auch einen rein manuellen Blitz, den Yongnuo YN 560 II (Affiliate-Link). Ich selbst kenne ihn nicht, aber von den Amazon-Beschreibungen her macht er einen sehr guten Eindruck.

Von Mac OS X 10.5 auf 10.8 aktualisieren

Als Benutzer eines MacBook Pro 4.1 (early 2008 / Non-Unibody-Modell) habe ich mir ziemlich lange Zeit gelassen, das Betriebssystem zu upgraden. Leider so lange, dass ein direkter Upgrade auf die aktuelle Version nicht mehr so leicht möglich war.

OS X kann nur noch über den App Store als Download bezogen werden

Das Problem: Seit Version 10.7 kann man Mac OS nicht mehr auf einem Datenträger kaufen sondern nur noch als Download von Apples App Store. Der Zugriff auf den App Store ist allerdings nur möglich, wenn man Mac OS X 10.6.8 oder neuer installiert hat.

Lange habe ich auf Apples Seiten nach einer Möglichkeit gesucht, 10.6.8 legal zu beziehen, um mir dann 10.7 oder inzwischen 10.8 über den App Store kaufen zu können. Wer die Apple-Webseiten kennt, weiß, dass die Struktur etwas undurchsichtig ist.

Teure Alternative: Gebraucht kaufen

Meine nächste Idee war also, mir eine gebrauchte OS X 10.6 Version über eBay zu kaufen. Günstig (20,– bis 30,– Euro) sind hier leider nur die grauen Installationsdisketten zu bekommen. Diese lassen sich aber immer nur auf dem Rechner-Modell installieren, mit dem sie beim Kauf geliefert wurden. Eine Vollversion gibt es gebraucht kaum unter 40,– Euro.

Auch Amazon bietet Mac OS X 10.6 nicht günstiger an

Es gibt noch die Möglichkeit 10.7 gebraucht zu kaufen, denn Apple verkaufte Lion in begrenzter Stückzahl auf einem schicken USB-Stick. Aber auch das ist nicht günstig, denn die Sticks mit Apple-Logo sind natürlich bei Sammlern begehrt. Die Preise variieren zwischen 70,– und 100,– Euro.

Apple bietet neuerdings doch den günstigeren Weg

Lange Zeit hatte ich dann nicht weiter gesucht, erst vor kurzem recherchierte ich erneut und fand durch Zufall einen Eintrag auf der Apple Webseite zum Kauf der 10.6 Vollversion auf DVD für 18,– Euro zuzüglich Versandkosten. Den Link habe ich nur über eine Google-Suche gefunden, über die Struktur auf der Apple Webseite konnte ich das Angebot nicht finden. Eine Recherche ergab, dass Apple die Version seit November 2012 wieder im Programm hat, aber der Link innerhalb der Apple Seite nicht wirklich funktioniert. Man könnte meinen Apple mag es nicht so gerne, dass Benutzer älterer Rechner aktuelle Software installieren.

Mac OS X Installations-DVD von Apple kaufen

Hat man 10.6.8 installiert, kann man direkt auf 10.8 upgraden, ohne vorher 10.7 installieren zu müssen. Hierzu klickt man im Dock direkt auf den Button für den Zugang zum App-Store.

App Store im Dock von Mac OS X10.6.8
Zugang zum App Store im Dock unter Mac OS X 10.6.8

Anleitung MacBook Pro 4.1 (early 2008) SSD und RAM Upgrade, Netzteil und Akku ersetzen

english version of this article where I explain how to replace the internal SSD, upgrade memory and refresh battery and power supply on the MacBook Pro 4.1

Im Oktober 2008 habe ich mir mein geliebtes MacBook Pro gekauft. Mit einiger Enttäuschung stellte ich fest, dass nur eine Woche später der Nachfolger mit deutlicher Überarbeitung auf den Markt kam.

Das letzte Modell im Non-Unibody Gehäuse: Silberne Tastatur und entspiegelter Bildschirm bereits mit energiesparender LED Beleuchtung

Während mein Modell noch das sogenannte Alu-Modell oder Non-Unibody-Modell war (silberne Tastaturen, silbernes Gehäuse, entspiegelter Bildschirm), hatte der Nachfolger das sogenannte Uni-Body Gehäuse mit schwarzen Tasten, Hochglanz-Bildschirm (was ja eher ein Rückschritt war) und ohne herausnehmbaren Akku (auch hier eher ein Rückschritt). Neben diesen äußerlichen Änderungen hat sich aber auch innerlich einiges getan. Während der Prozessor noch von der Taktung gleich blieb wurde nun das DVD-Laufwerk mit SATA Anschluss verbaut. Das 4.1 er Modell hat noch einen PATA-Anschluss. Das hat zur Folge, dass der SATA-Controller im 4.1er MacBook Pro von SATA-II auf SATA-I runter getaktet wurde.

Maximal 6 GB RAM und nur SATA-I – gehört das MacBook Pro 4.1 zum Alten Eisen?

Auch kann das 4.1 er MacBook Pro mit maximal 6 GB RAM bestückt werden – auch wenn physisch 8 GB in die Slots passen – es werden leider nur maximal 6 GB erkannt. Der Nachfolger kann 8 GB aufnehmen und adressieren. Auch hat der RAM im Nachfolger eine höhere Taktfrequenz.

CS 6 und der Beach-Ball des Todes

Also stellt sich die Frage, ob nun – etwa fünf Jahre nach Erscheinen – das gute letzte silberne Alu MacBook Pro zum Alten Eisen gehört. Fast dachte ich schon, dass dem so sei. Nachdem ich mir die CreativeSuite 6 von Adobe installiert hatte, wurde das Arbeiten zu einer echten Geduldsprobe: InDesign zum Beispiel benötigte mehrere Minuten, bis es hochgestartet wurde. Ein Upgrade auf OS X 10.7 oder sogar auf 10.8 habe ich lange gar nicht erst in Betracht gezogen (inzwischen läuft ein flottes OS X 10.9 Mavericks auf der Maschine).

Retina-Modell mit SSD: Geschwindigkeitsrausch für schlappe 2.800,– Euro

Als sich ein Kollege von mir das Retina-Modell komplett mit SSD-Laufwerk bestellt hatte, glaubte ich, dass ich mich nun nicht mehr lange werde wehren können und auch bald dem Geschwindigkeits-Rausch erliegen werde. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass ich gar nicht so unrecht mit dieser Vermutung hatte – dass mir aber Ausgaben um die 2.800,– Euro erspart bleiben würden. Denn mit der Investition von nur 200,– Euro konnte ich mein MacBook wieder auf zeitgemäße Geschwindigkeit bringen.

Das folgende Video zeigt, wie schnell mein MacBook Pro 4.1 nach den unten beschriebenen Änderungen Photoshop, Illustrator und die am langsamsten startende Applikation der Welt, InDesign CS6 jetzt startet.

Was habe ich nun alles unternommen um das MacBook auf der Höhe der Zeit zu halten?

Interne Festplatte tauschen

Zunächst hatte ich vor einem halben Jahr bereits einen Fehler gemacht, als ich mir für ca. 70,– Euro eine günstige 2,5 Zoll Festplatte mit 750 GB Kapazität zulegte. Ich dachte mir, dass ich ja nicht so auf die Benchmarks schauen müsse, da ich dachte, in den letzten vier Jahren hätte sich so viel auf dem Markt getan, dass jedes heute verfügbare Modell schneller sei, als die Standard-Platte im MacBook. Dem war jedoch nicht so. Zwar sind die Übertragungsraten deutlich gestiegen, bei so gut wie allen Platten. Aber die entscheidenden Unterschiede sind die mittleren Zugriffszeiten.

Auf die Zugriffszeiten achten

Die neue Platte hatte eine mittlere Zugriffszeit von 16 ms. Das zuvor verbaute Modell dagegen nur 11 ms. Das scheint nun kein besonders großer Unterschied zu sein, macht sich in der Praxis aber enorm bemerkbar, da moderne Software und Betriebssysteme eine Sammlung hunderter oder tausender kleiner Dateien und Bibliotheken darstellen, die beim Öffnen oder Umschalten zwischen Programmen geladen oder gespeichert werden müssen. Nach dem Wechsel kam es mitunter vor, dass selbst das Scrollen in Safari ruckelig wurde.

RAM aufrüsten

Das MacBook Pro 4.1 benötigt RAM mit 667 MHz Taktung. Wenn RAM mit 800 MHz (welcher inzwischen günstiger ist als der mit 667 MHz) eingebaut wird, kann dies Probleme bereiten. Allerdings läuft das MacBook auch, wenn mindestens einer der beiden Riegel mit 667 MHz getaktet wird. Hier kommt es aber auch darauf an, in welchem Slot der schnelle und der langsame RAM-Riegel eingebaut wurden.

In meinem MacBook Pro habe ich z. B. einen 4 GB Riegel mit 800 MHz verbaut, der seit langem ohne Probleme arbeitet. Trotzdem würde ich empfehlen eher die 667 MHz Variante zu kaufen, wenn es möglich ist.

Folgender RAM wird benötigt:

1 Stück PC2-5300 667 MHz SO-DIMM DDR2-SDRAM 2 GB bei amazon (Affiliate-Link) und

1 Stück PC2-5300 667 MHz SO-DIMM DDR2-SDRAM 4GB bei amazon (Affiliate-Link) und

Netzteil

Da mein Laptop viel und häufig im Betrieb ist, bekam das Netzteil irgendwann einen Wackelkontakt und lud den Akku nur noch sporadisch. Da ein neues Netzteil von Apple ca. 80,– Euro kostet, suchte ich nach einer Alternative. Ich bestellte mir ein Billig-Ersatzteil bei eBay für ca. 20 Euro. Das gute Stück hielt nur wenige Wochen, dann ließ ich mir das Geld erstatten. Ich fand allerdings eine andere günstige Alternative für ca. 45,– Euro in Apple-Qualität, mit der ich sehr zufrieden bin:

Günstiges hochwertiges Netzteil für das MacBook Pro (Affiliate-Link)

Akku

Auch wurde ein neuer Akku fällig. Da habe ich einen günstigen Anbieter im Test, der aber erst so kurz in Betrieb ist, dass ich noch nicht so viel über die Qualität sagen kann. Nur so viel: Die Verarbeitung ist nicht besonders, er steht einen Millimeter über und ist etwas hakelig beim Einsetzten. Dafür bietet der Hersteller zwei Jahre Garantie. Die amazon-Rezensionen sind zwiegespalten. Anscheinend hat man entweder Glück und der Akku ist top oder Pech und er ist nach ein paar Wochen hinüber. Für 50 statt 180 Euro kann man das Risiko dank Rückgaberecht eingehen, denke ich.

Update nach ca. einem Jahr in Betrieb:
Laut Coconut hat der Akku noch eine Kapazität von 72% bei 251 Ladezyklen.
Meiner Meinung nach ist das ein ordentlicher Wert.

Der Akku steht etwa einen Millimeter über und ich kann auch eine leichte Wölbung feststellen, die für mich aber nicht wie ein explodierter Akku aussieht. Der Akku wird auch nicht heiß. Ich kann den Akku immer noch empfehlen.

Günstiger Ersatz-Akku (Affiliate-Link)

Damit war ich wieder bei 3 Stunden Betriebszeit angelangt und ärgerte mich umso mehr über das langsame Hochfahren der Programme. So stieß ich dann auf das Thema SSD.

SSD – Zugriffszeiten machen das Tempo

Wie schon oben beschrieben machen nicht die Transferraten das Tempo aus, sondern die mittleren Zugriffszeiten. Und da punkten eben die SSDs (Solid State Drives). Während eine ordentliche Festplatte auf 11 ms kommt, liegen die Zugriffszeiten bei einem SSD mit ca. 0,03 ms locker bei unter einem Hundertstel. Und das macht richtig was aus.

SSDs: Teuer und unzuverlässig

Das Manko: SSDs sind teuer. Eine 500 GB SSD schlägt mit 300,– bis 400,– Euro zu Buche. Bei einer 2,5 Zoll HD kommt man hingegen schon mit 50,– Euro gut ins Geschäft. Dazu kommt, dass SSDs bei häufigem Beschreiben schnell verschleißen.

Die Lösung: Festplatte und SSD parallel verwenden

Die Lösung kommt in Form eines Adapters daher. Die System-Platte wird durch eine kleine SSD ersetzt (ca. 128 GB) und dort wo das DVD-Laufwerk sitzt wird ein Adapter eingebaut, in den sich die HD einsetzen lässt. Nun wird über das Terminal ein Link gesetzt, so dass sich alle Benutzer-Dateien auf der magnetischen Festplatte befinden, während die System-Daten und Programme auf der SSD liegen.

Auf die SSD kommen alle die Daten, die nicht häufig überschrieben werden aber zum Booten und Starten der Programme zuständig sind. Zum Glück korrelieren diese beiden Anforderungen ziemlich stark. Auf die magnetische Platte kommen alle Benutzer-Daten – und dies sind genau die Daten, die häufig überschrieben werden. Hierfür wird einfach der Benutzer Ordner auf der magnetischen Platte gelassen, alle anderen Verzeichnisse (Library, System etc.) werden auf das SSD kopiert.

Bequem mit zwei Platten arbeiten: Benutzerdaten verlinken

Das Verlinken der Benutzerdaten macht das Arbeiten auf zwei Speichermedien komfortabel. Es kann weiterhin die von OS X vorgegebene Ordner-Struktur verwendet werden. Ein intern gesetzter Link verweist das System einfach auf die andere Platte. Nachfolgend eine Anleitung zum Setzen des Links.

Hilfreich ist hier auch das Tool Carbon Copy Cloner, welches 1:1 Kopien von kompletten Laufwerken oder einzelnen Verzeichnissen/Datein erstellt, inklusive versteckter Systemdateien und korrekt gesetzen Schreib-/Leserechten. Die obige Anleitung funktioniert aber auch komplett ohne CCC.

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Geld gespart und Lebensdauer der SSD erhöht

Mit dem Vorgehen räumt man gleich zwei Probleme aus dem Weg. Es wird erstens keine besonders große SSD benötigt. Eine 128 GB SSD bekommt man schon für gut 100,– Euro.

Außerdem erhöht sich die Lebensdauer der SSD, denn die Systemdateien und Programmdateien werden in erster Linie gelesen und nicht geschrieben, während in dem Benutzerverzeichnis – das ja auf der magnetischen und robusten HD liegt – vor allem viel geschrieben wird. Aber gerade das Lesen der Programme und Systemdateien macht das Arbeiten am Rechner schneller, denn hier handelt es sich um die vielen kleinen Dateien, für die der Lesekopf einer magnetischen Festplatte ständig neu positioniert werden muss.

Einzig die Auslagerungsdatei wird nun noch auf die SSD geschrieben. Rüsten Sie also noch Ihren RAM auf (siehe oben) um das Auslagern möglichst gering zu halten.

Um zwei Laufwerke im MacBook unterzubringen wird ein Adapter für das Opti-Bay benötigt und ein Gehäuse um das ausgebaute DVD-Laufwerk als externes Laufwerk weiter benutzen zu können.

Es gibt ein qualitativ gutes Komplett-Angebot für ca. 45,– Euro:

Fenvi HDCaddy (Affiliate-Link) Achtung! die PATA-Version nehmen, die SATA-Version läuft nur auf den Nachfolgern (Uni-Body MacBook Pro).


Welche SSD nehmen?

Minimal sollte die SSD eine Kapazität von  64 GB haben, besser sind 128 GB, zumal der Preis nicht groß unterschiedlich ist. Wenn das Geld etwas lockerer sitzt, kann man auch zu 256 GB greifen und kann sich dann mit der Anzahl der installierten Programme so richtig austoben – also z. B. einer Sammlung aller Versionen der Master-Edition der Creative Suites von CS1 bis CS6 steht dann nichts mehr im Wege.

Es sollte auch eine hochwertigere SSD sein. Wird hier gespart, kann das Gerät zwar am Anfang noch einen guten Eindruck machen – die Problematik der fehlenden Langlebigkeit zeigt sich aber leider erst nach einiger Benutzungsdauer. Allerdings gibt es hier auch wieder Einschränkungen. Die aktuelle Linie der Samsung 840 SSDs soll laut Wikipedia ein Rückschritt in Hinsicht auf Datensicherheit sein:

Hersteller wiederum, wie z. B. Samsung in der neuesten 840-SSD-Serie setzen seit neustem auch auf TLC-NAND-Speicherzellen. TLC (engl. triple-level cell, dt.dreistufige Speicherzellen) hat im Vergleich zu MLC (engl. multi-level cell, dt. mehrstufige Speicherzellen) weitere Spannungslevel, so dass noch mehr Daten pro Speicherzelle gespeichert werden können. Aufgrund der kleineren Abstände zwischen diesen Stufen, und der daraus resultierenden Schwierigkeit diese Level stets korrekt auszulesen, ist die Lebensdauer von TLC-Speicherzellen noch mal geringer als von MLC-Speicherzellen mit gleicher Fertigung und Güte. (Quelle: Wikipedia–Solid-State-Drive)

Ich habe daher zur 830er Linie gegriffen, die kommt in der Laptop-Variante mit einem praktischen USB-Anschluss-Adapter, über den sich die Platte initialisieren und bespielen lässt. Es reicht aber auch die Basic-Variante vollkommen aus. Mit ein bisschen Glück bekommt man die 830er als Auslaufmodell etwas günstiger.

Samsung SSD 830 bei amazon und

Inzwischen hat Samsung einen weiteren Nachfolger herausgebracht: Samsung EVO 850 SSD (Affiliate-Link). Diese soll eine bis zu dreimal so hohe Langzeitbeständigkeit habe und außerdem weniger Energiebedarf haben und weniger Wärme produzieren.

Die 470er Linie ist der Vorgänger von der 830er Linie (amazon) (Affiliate-Link) und

Sehr gut sollen auch die SSDs von Crucial (amazon) (Affiliate-Link) sein.

Gut funktionieren anscheinend auch die SSDs von SanDisk im MacBook:

128 GB Version (Affiliate-Link)

64 GB Version (Affiliate-Link)

Einen sehr guten Ruf haben auch die SSDs von Intel (Affiliate-Link)

Was ist das Ergebnis der Bemühungen:

  • Photoshop CS6 startet in 6 Sekunden
  • Illustrator CS6 startet in 8 Sekunden
  • InDesign CS6 startet in 9 Sekunden (vorher mehrere Minuten)
  • das gleichzeitige Starten von Flash, Illustrator, Edge Animate, Photoshop, Illustrator, InDesign, Dreamweaver und Acrobat mit 735 aktivierten Fonts! dauerte 21 Sekunden

Ich konnte auch die Startzeiten mit Photoshop auf einem aktuellen Retina-MacBook Pro eines Kollegen vergleichen. Der Kollege hat für sein MacBook ganze 3.500,– Euro auf den Tisch gelegt, schneller arbeiten kann er damit trotzdem nicht – zumindest waren die Start-Zeiten von Photoshop identisch mit meinem SSD-MacBook Pro 4.1.

Bremst der SATA-I Port im MacBook Pro 4.1 den performance-Gewinn gegenüber einem Retina MacBook mit SATA-III?

Theoretisch bietet der SATA-III den sechsfachen Datendurchsatz gegenüber dem SATA-I Controller. Vom Anschluss sind alle drei SATA-Ports untereinander kompatibel, es wird automatisch auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gedrosselt.

In der Praxis ist dieser Performance-Unterschied nur kaum zu bemerken, zumindest bei den heute verfügbaren Software-Paketen und Betriebssystemen. Das kann natürlich in den nächsten Jahren anders werden, wenn die Programme komplexer werden. Aber bei den aktuellen Programmen ist der Performanceunterschied kaum zu bemerken. Ob Photoshop nun in acht oder sechs Sekunden startet fällt beim täglichen Arbeiten nicht ins Gewicht.

BootCamp so einrichten, dass ein Windows-Installations-Stick erstellt werden kann.

Mit BootCamp kann komfortabel eine Windows-Installation parallel zu OS X installiert werden. Wurde jedoch das interne DVD-Laufwerk entfernt gibt es zwei Probleme, die sich jedoch lösen lassen:

  1. Windows ab Version 7 (und 8, 8.1 & 10) lassen sich nicht von einem externen DVD-Laufwerk installieren. Der Installatinsvorgang wird mit der Meldung abgebrochen, dass kein Bootfähiges Medium vorhanden wäre.
  2. BootCamp kann auf Rechnern, die kein internes DVD-Laufwerk besitzen, einen USB-Stick mit Windows-Installationsdateien erstellen. Da OS X davon ausgeht, dass das MacBook Pro 6,1 ein internes DVD-Laufwerk besitzt, wird diese Option automatisch deaktiviert.

Um dieses Problem zu lösen, müssen wir ein wenig an dem BootCamp Dienstprogramm basteln. Dazu kopieren wir das Programm BootCamp-Assistent auf den Schreibtisch. Ihr findet dieses Programm in dem Verzeichnis Dienstprogramme, das wiederum im Verzeichnis Programme liegt. Nun einfach mit gedrückter Alt-Taste den Boot Camp-Assistent auf den Schreibtisch ziehen.

Jetzt das kopierte Programm mit der rechten Maustaste anklicken und den Punkt „Paketinhalt zeigen“ auswählen. Jetzt den Ordner „Contents“ öffnen und die Datei info.plist mit der rechten Maustaste anklicken und den Punkt „Öffnen mit > Xcode“ auswählen.

Hier den Eintrag „PreUSBBootSupportedModels“ umbenennen in: „USBBootSupportedModels“. Diesen EIntrag aufklappen und das + Zeichen neben dem Eintrag klicken. Jetzt erscheint ein neues „Item 0“ mit leerem „Value“-Feld. Hier wird „MacBookPro4,1“ eingetragen (wenn Du ein anderes MacBook hast, findest Du die Bezeichnung, wenn Du auf dem Apfel-Symbol > Über diesen Mac > Systembericht … wählst. Unter dem Eintrag Boot-ROM-Version befindet sich eine Nummer. Die ersten Zeichen geben das Modell an. Für das MacBook Pro 4,1 lauten diese z. B.: MBP41.)

Jetzt muss noch der Eintrag DARequiredROMVersions modifiziert werden. Hier auch wieder mittels der + Taste einen Eintrag hinzufügen und in diesem die Nummer der Boot-ROM-Version hineinkopieren: Apfel-Symbol > Über diesen Mac > Systembericht … und hier in der Hardware-Übersicht die Boot-ROM-Version heraussuchen.

Ist das erledigt einfach die veränderte Datei speichern und Xcode beenden. Jetzt kann der Boot Camp Assistent gestartet werden und – voila – es erscheint der Eintrag „Installationsmedium für Windows 7 oder neuer erstellen“.

Ist der Intel Core2Duo Prozessor im MacBook Pro eine Bremse?

Auch ist es unwahrscheinlich, dass die Komplexität der Programme in Zukunft schnell steigen wird, modernere Software bedeutet auch immer, dass Code versucht wird sauberer und weniger Performance-Abhängig zu programmieren. Wer sich die Aktivitätsanzeige anschaut, wird merken, dass der Prozessor nur selten voll ausgelastet ist, außer man rendert einen 3D-Film in Cinema4D. Die Zeiten in denen das Anwenden eines Photoshop Filters zu einer ausgedehnten Kaffee-Pause führte sind (leider – ich mag Kaffee …) spätestens seit dem Ende der 1990er Jahren vorbei.

Wer hingegen einen Rechner zum Filme-Rendern sucht, sollte sich überlegen, einen Netzwerk-Server einzurichten. Den bekommt man für relativ wenig Geld realisiert und kann dann noch das gesparte Geld in die Software investieren, die zum Einrichten einer Renderfarm notwendig ist – zumindest verglichen mit der Investition in ein Retina MacBook. In fünf Jahren mag das natürlich wieder anders aussehen.

Wer sich bis hierhin durch den Artikel gekämpft hat, ohne ein eigenes MacBook zu besitzen, möchte sich vielleicht ein gebrauchtes kaufen um dieses Aufzurüsten – als praktische Alternative zum teuren Neu-MacBook. Hier eine passende

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