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Kiev 4 / Kiev 4m – der günstige Einstieg in die Welt der Messsucherkameras

In diesem Artikel möchte ich eine meiner Lieblingskameras vorstellen, nämlich die russisch/ukrainische Fortführung der Zeiss Contax II bzw. Contax III Messsucher Kamera.

Während die deutsche Vorlage von Zeiss in den 1930er Jahren entwickelt wurde und nach dem Krieg nicht ganz freiwillig der Nachfolger Contax IIa bzw. Contax IIIa eingeführt wurde, produzierte Arsenal Kiev die Kiev 4 bis in die 1980er Jahre kaum verändert weiter.

Das spannende an der Kiev ist, dass man sie nicht als Contax Kopie bezeichnen kann, vielmehr übernahmen die Sowjets die Zeiss Fabrik als Reparationszahlung nach dem Krieg und transportierten sie samt Maschinen, Plänen, Werkzeug und Personal! nach Kiev in der Ukraine, wo also mit original Zeiss Equipment die Herstellung unter staatskapitalistischer Produktionsweise weitergeführt wurde.

Auch wenn eingefleischte Zeiss- und Contax-Fans das natürlich ganz anders sehen, kann man mit einem gewissen Augenzwinkern sagen, man fotografiert mit einer Kiev 4 in etwa so, wie z. B. ein Robert Capa (Gründungsmitglied der Fotoagentur Magnum). Mit der Contax II/III und der Leica begann eigentlich erst die moderne Reportage-Fotografie. Die Einführung des Kleinbildformates in der Fotografie, möglich geworden durch fortschreitende Lichtempfindlichkeit des Filmmaterials gepaart mit wachsendem Auflösungsvermögen (Feinkörnigkeit), ermöglichten eine ganz neue Art des Fotografierens. Leica-Fotograf Henri Cartier-Bresson prägte den Begriff des Entscheidenden Augenblickes (The Decisive Moment) – es war nun möglich mit leicht transportablen Kameras, die sich dank Messsucher schnell fokussieren ließen und aufgrund hoher Lichtempfindlichkeit und Objektiven mit großer Anfangsöffnung ohne Stativ aus der Hand „Schnappschüsse“ zu machen. Daraus entwickelte sich die moderne herantastende Arbeitsweise der Reportage-Fotografie.

Robert Capa fotografierte mit seiner Contax zwei ikonische Bilder der Reportage-Fotografie: die Erschießung eines spanischen Soldaten durch die Kugel eines Franko-Putschisten im spanischen Bürgerkrieg (1936–39) und die Landung der Alliierten am D-Day (6. Juni 1944) in der Normandie.

Ersteres Bild markierte den Beginn des öffentlichen Interesses in den USA am Vormarsch der Faschisten in Europa und war somit der Beginn einer Diskussion um militärische Einmischung durch die USA. Das zweite Bild markiert das Ende dieses Prozesses, die USA waren danach nicht mehr dieselben wie zuvor sondern waren nun zusammen mit der UdSSR eine der beiden einzigen Weltmächte mit militärischem Engagement in der ganzen Welt.

Doch zurück zur Kiev. Während die frühen Kievs II und III aus den 1940er und frühen 1950er Jahren noch gleichwertig mit den Contax Kameras waren, sank die Produktionsqualität mit den Jahren leider kontinuierlich.

Ich bin stolzer Besitzer von zwei Kiews, einer Kiev 4 und einer Kiev 4a.

Kiev 4

Kiev 4
Kiev 4 mit Selenbelichtungsmesser und Jupiter-3 Objektiv, einem Nachbau des Zeiss Sonnar 1,5 / 5 cm. Eines der frühen Standardobjektive mit großer Anfangsöffnung. Dank dem Messsucher mit großer Parallaxe (9 cm Abstand zwischen den Sucherfenstern) lässt sich der geringe Schärfebereich dieser offenen Blende sehr gut fokussieren, selbst bei schlechten Lichtverhältnissen.

Die Kiev 4 ist ausgestattet mit einem Selen-Belichtungmesser und einem Jupiter-3 Objektiv mit einer Anfangsöffnung von f 1,5. Das Objektiv ist ein Nachbau des Zeiss Sonnar. Es kann natürlich nicht mit modernen Linsen, wie dem Super-Takumar 1,4 50 mm, Zeis Planar 1,4 50 mm oder Canon 1,4 50mm mithalten, produziert aber trotzdem schöne Bilder, mit ausreichender Schärfe, neutralen Überstrahlungen bei Offenblende und traumhaftem Bokeh.

Ole Küche Dünsteinsatz 1 focalblade
Belichtungszeit und Blende sind mir nicht mehr bekannt, aber ich nehme an, dass die Blende etwas weiter geschlossen war (evtl. 5,6 oder 8?).
Das sichtbare Korn resultiert aus der Bildbearbeitung in Photoshop (The FocalBlade Filter – ein Scharfzeichnungsfilter, der hier etwas „missbraucht“ wurde). Puristen werden solch eine extreme Betonung des Korns ablehnen, ich finde es einen schönen Effekt, der die analoge Herkunft des Bildes unterstreicht. Digitalisiert wurde mit einem vorsintflutlichen HP Photosmart S20 Filmscanner (genauso die übrigen Bilder).
Dani und Ole im Subway Herbst 2009 1200dpi
Im schummrigen Licht kann mit dem Messsucher deutlich akkurater fokussiert werden, als mit einem Schnittbild-Indikator wie er bei Spiegelreflexkameras üblich ist. Auch dann wenn schon viele Autofokus-Systeme nicht mehr in der Lage sind zu fokussieren, funktioniert ein Messsucher immer noch gut.
Ein übriges tut der verwacklungsarme Verschluss ohne Spiegelschlag. Selbst bei Belichtungszeiten von 1/15 sec. kann noch aus der Hand fotografiert werden – wie man sieht resultiert die Unschärfe nicht aus Verwackelung durch die Kamera sondern durch die Bewegung der abgebildeten Personen – der Reisverschluss von der Jacke des Kindes ist scharf abgebildet.
Scan178_1200dpi
Das Jupiter 3 zeichnet ein wunderschön cremiges Bokeh. Auch wenn es weniger Lininepaare pro Millimeter (lpm) abbildet als ein moderneres Zeiss oder Canon Objektiv. Aber darum geht es ja nicht in erster Linie, wenn man mit so großer Blende arbeitet. Vielmeh möchte man entweder durch selektiven Fokus bildrelevante Bereiche betonen oder man möchte in der Lage sein, bei wenig Licht noch verwackelungsfrei zu fotografieren.
Kiev 4, Jupiter-3, Blende 11
Kiev 4, Jupiter-3, Blende 11

Natürlich kann das Jupiter-3 Objektiv nicht mit aktuelleren Konstruktionen mithalten, wenn es um das Auflösungsvermögen geht. Häufig wird das J-3 aber auch zu unrecht gescholten. Häufig wird nämlich die Version mit Schraubgewinde M39 an Leica II oder Leica III Kameras verwendet, in dem Glauben, dass das Jupiter 3, dass für russische Leica-Kopien konstruiert wurde auch hier einwandfrei funktioniert. Allerdings handelt es sich bei den Leica-Kopien eben um Kopien. Kameras wie die Zorki oder FED wurden nach dem Vorbild Leica II nachgebaut, aber eben nicht nach original Plänen und mit original Werkzeugen. So kommt es, dass das Auflagemaß bzw. die Steigung des Gewindes minimal von dem Leica Original abweicht. Bei kleineren Blenden fällt dies nicht so stark auf, bei dem extrem kleinen Schärfe-Bereich des Jupiter 3 hingegen schon. Viele Leica-Fotografen, die nach dem Kauf eines teuren Original-Gehäuses nun kein Geld mehr übrig hatten für ein lichtstarkes Leica Objektiv und dachten, mit dem Jupiter-3 ein Schnäppchen machen zu können, wurden nun enttäuscht. Wahrschinlich ist dies auch der Grund, weshalb das Jupiter 3 solch einen schlechten Ruf hat und man immer wieder auf die hohen Fertigungstoleranzen bei russischen Kameras und Objektiven hingewiesen wird – gerne wird hier auch vom Russischen Roulette gesprochen 🙂
So überrascht es nicht, dass das Jupiter 3 Objektiv mit Kiev-Anschluss nicht diesen schlechten Ruf hat.

Das Nyquist-Shannon-Abtasttheorem und seine Relevanz für das Scannen und die Wiedergabe von Bildern

Häh?! Nyquist-Dingsda… – was bedeutet das doch gleich? Schlägt man den Begriff bei Wikipedia nach, wird man gleich mit mathematischen Formeln (z.B. T = 1/2ƒmax), Begriffen wie Sinus-Kurven, diskreten und kontinuierlichen Signalen und Graphen von sich überlagernden Kurven erschlagen.

Scannen und das Nyquist-Shannon-Theorem – Mathematik und Gestaltung treffen aufeinander

Da stockt schon mal das zarte Photographen-Herz und denkt sich, verfolgt mich diese verflixte Mathematik nun auch in meine künstlerische Schaffenswelt. Fix wird Wikipedia wieder weggeklickt, damit man möglichst schnell vergisst, dass sich die Mathematik längst auch in diesen noch sicher geglaubten Bereich menschlichen Schaffens hineingefressen hat. Wann immer einem mal wieder der Begriff Nyquist-Shannon-Abtasttheorem über den Weg läuft, wird er geflissentlich überlesen, in der Hoffnung, der eigene Verdrängungsmechanismus wird schon nicht ins Wanken geraten.

Analoge Bilder – welcher Scanner eignet sich?

Irgendwann kommt man dann dazu, dass man seine analogen Bilder (Dias, Negative, Abzüge) digital in den Computer befördern möchte, sprich sie sollen gescannt werden. Da bereits hoher Aufwand betrieben wurde, um hochwertige Linsen, feinkörniges Bildmaterial und durch ein teures Stativ verwacklungsfreie Bilder zu produzieren möchte man natürlich nicht beim Scannen die ganze Qualität wieder verlieren – schließlich soll ja auch noch sämtlichen laienhaften Spöttern zum Trotz der Beweis angetreten werden, dass mit den alten Analogen Schätzchen eine Bildqualität jenseits derer von digitalen Spiegelreflexkameras erreicht werden kann.

Also wird sich auf die Suche gemacht, nach einem Scanner, der zum einen eine hohe Auflösung bietet (um die Farbtiefe und Dmax wollen wir uns in diesem Zusammenhang mal nicht kümmern), andererseits aber noch genug Erspartes unangetastet lässt, um weiter in Filme, Entwickler etc. investieren zu können.

So beschäftigt man sich intensiv mit verschiedenen Testergebnissen unterschiedlichster Scanner aller Hersteller dieser Welt und wird früher oder später feststellen, dass die Testergebnisse zeigen, dass viele Scanner nicht die versprochenen Auflösungen liefern, die in Marketing-Broschüren oder auf Internet-Seiten angepriesen werden. Doch stop – ist das wirklich so? Möchte man die Testergebnisse genauer hinterfragen ist es notwendig sich mit dem Nyquist-Shannon-Abtasttheorem näher auseinanderzusetzen.

Die Nyquist Auflösung oder: das Nyquist Shannon Sampling Theorem auf den Punkt gebracht

Im Prinzip ist es ganz simpel und kann in einem Satz auf den Punkt gebracht werden:

Die Abtastung muss immer in einer (mehr als) doppelt so hohen Auflösung geschehen, als welche Auflösung das ursprüngliche Bild hat.

Diese Auflösung wird als die Nyquist-Auflösung bezeichnet. Sie spielt überall dort eine Rolle, wo analoge Signale in digitale Werte umgesetzt werden sollen, also neben dem Scannen von Bildern zum Beispiel auch beim Digitalisieren von Musik oder dem Aufzeichnen einer Temperaturverlaufskurve zum Zwecke der Wetterbeobachtung.

Im Klartext: liegt ein Bild vor, dessen Auflösung bedingt durch Filmkorn und Auflösungsvermögen der Linsen eine maximale Informationsdichte von 5.000 dpi (5000 Punkte pro Inch) beinhaltet, benötige ich eine Scanauflösung von mehr als 10.000 dpi um alle Details zu erfassen. Die Nyquist-Auflösung beträgt also mehr als 10.000 dpi (> 10.000 dpi)

In der Praxis gehen wir aber eher andersherum vor. Wir scannen ein Bild in der höchstmöglichen optischen Auflösung ein, die ein Scanner bietet und wollen wissen, wieviel an tatsächlicher Qualität wir erreicht haben.

Das USAF-1951 Resolution Test Target

Hierzu sind aufwändige Test notwendig, bei denen häufig ein sogenanntes USAF-1951 Resolution Test Target verwendet wird. Auf diesem sind verschiedene Paare von weißen und schwarzen Linien horizontal und vertikal angeordnet. Diese Linienpaare unterscheiden sich in der Größe voneinander. Je kleiner die Paare sind umso eine höhere Auflösung ist notwendig um diese Paare noch als unterschiedliche Linien und nicht mehr als graue Fläche wahrnehmen zu können. Die Beurteilung dieser Scanergebnisse erfolgt durch Betrachten der Scans am Monitor.

USAF-1951 Resolving Power Test Target, Quelle: <a href=

Klingt zunächst recht plausibel, das Verfahren hat aber leider einige Schwachpunkte. So kann sich schon eine minimale Drehung des Dias um Bruchteile eines Grades negativ auf die Scanergebnisse auswirken: Sind die Linien nicht mehr parallel zu den Scanzeilen des Scanners, werden sie unscharf. Um diese Ungenauigkeiten auszugleichen ist eine hohe Anzahl von Scans notwendig; das beste Scanergebnis sollte dann zur Ermittlung der möglichen Scanauflösung herangezogen werden.

Grenzen des USAF-1951 Test Targets

Aber auch die Auswertung der Scanergenbisse spielt eine große Rolle, denn die Unterscheidung, ob es sich noch um zwei Linien oder bereits um eine graue Fläche handelt ist stark vom Betrachter und seiner persönlichen Tagesform abhängig (natürlich auch davon, wie voreingenommen er in die Tests hineingeht).

Um hier wissenschaftlich relevante Ergebnisse zu bekommen, wird eine Gruppe unvoreingenommener Betrachter notwendig sein, deren Ergebnisse gemittelt werden.

Es wird schnell klar, dass solch ein aufwändiges Verfahren kaum in der Praxis umgesetzt werden kann, da es einfach zu zeitintensiv ist.

Nichts desto trotz liefert das USAF-1951 Resolution Test Target gute Anhaltspunkte zur Ermittlung der tatsächlichen Auflösung eines Scanners.

Das USAF-1951 Resolution Test Target richtig verstehen dank Anwendung des Nyquist Shannon Sampling Theorems

Allerdings sollten die Ergebnisse auch noch unter Beachtung des Nyquist-Shannon-Abtastheorems betrachtet werden. Was wir schon gelernt haben: es ist eine mehr als doppelt so hohe Auflösung beim Digitalisieren notwendig, als welche Auflösung zum Schluss erreicht werden soll.

Wie erklärt es sich nun, dass es Testergebnisse gibt, die dem Scannern z. B. 80 % der nominellen Auflösung bescheinigen. Laut Nyquist und Shannon sind doch nur maximal 50 % möglich – ist das ganze Theater von Nyquist und Shannen doch nicht so relevant – war es nicht schon immer richtig, die beiden Querköpfe zu ignorieren?

Nun, leider (?) ist dem nicht so, denn das Nyquist-Shannon-Abtatstheorem sagt, dass wenn ich sichergehen will und alle Eventualitäten ausschließen will, die Nyquist-Auflösung (mehr als das Doppelte der gewünschten Auflösung) garantiert alle gewünschten Details wiedergibt. Es gibt aber auch Umstände, unter denen die gleiche Menge an Details trotz niedrigerer Scanauflösung erfasst werden können.

Warum das so ist, möchte ich hier anhand einiger Grafiken erklären.

Gehen wir der Einfachheit halber von einer gedruckten Vorlage aus, die digitalisiert werden soll. Die Vorlage besteht aus exakten quadratischen Pixeln, die in einer Auflösung von 150 dpi gedruckt wurden: Auf einen Inch in der Länge befinden sich 150 Pixel. Das selbe gilt natürlich für die Breite.

Die Scanvorlage

Ich zeige hier das Bild in seiner gesamten Größe:

Bildvorlage, gedruckt in einem Raster von 300 dpi
Bildvorlage, gedruckt in einem Raster von 300 dpi

Hier ein vergrößerter Ausschnitt des Bildes (32 Pixel in der Breite, 20 Pixel in der Höhe):

Vergrößerter Ausschnitt der Datei. Wir nehmen an, es wäre in 300 dpi gedruckt und die Pixel wären tatsächlich exakte Quadrate.
Vergrößerter Ausschnitt der Datei. Wir nehmen an, es wäre in 300 dpi gedruckt und die Pixel wären tatsächlich exakte Quadrate.

Was passiert nun, wenn dieser Ausschnitt gescannt wird: Ein Schlitten mit CCDs läuft über das Bild und nimmt in regelmäßigen Abständen, die durch den Schrittmotor vorgegeben werden, einen Streifen des Bildes auf. Je nach Anzahl der CCDs und kleinstmöglichem Schritt des Schrittmotors wird die Auflösung bestimmt. Hinzu kommt natürlich noch die Unschärfe durch falsch sitzenden Fokus – vor jedem CCD-Element befindet sich nämlich eine kleine Linse. Bei dieser theoretischen Betrachtung wollen wir jedoch solche (und weitere) mögliche Fehlerquellen ausklammern.

CCD-Elemente: Wie ein Flachbettscanner arbeitet

Also, betrachten wir einmal, was ein einzelnes CCD-Element zu einem bestimmten Zeitpunkt aufnimmt, wenn es auf eine einfarbige Fläche trifft:

CCD Element

 

Was passiert, wenn die abgetastete Fläche einen Farbverlauf aufweist: Das CCD Element kann nicht unterschiedliche Helligkeits- oder Farbwerte innerhalb seines Bildkreises auswerten, es ermittelt lediglich die durchschnittliche Helligkeit innerhalb seines Bildkreises:

CCD Element verlauf

Das CCD-Element als kleinstes Element der Abtastung

Dementsprechend kann das CCD-Element auch nicht unterscheiden, wenn sich innerhalb seines Bildkreises eine Kante befindet. Eine halb-halb Teilung in scharf abgegrenztes Schwarz und Weiß führt zu den selben Ausgabewerten, wie ein Verlauf:

CCD Element linienpaar

Warum die Scanqualität scheinbar höher sein kann, als die Nyquist Auflösung

Werden nun in unserem Beispielbild genausoviele CCD-Elemente pro Inch zum Abtasten benutzt, wie die Vorlage an Pixeln pro Inch an Informationen enthält, reduziert sich die Auflösung entsprechend dem Nyquist-Shannon-Abtasttheorem auf unter die Hälfte der Scanauflösung. Im Detail sieht das so aus:

Scan-gleiche_Aufloesung_versetzt

 

Nehmen wir uns hier wieder ein einzelnes CCD-Element heraus und betrachten dieses genauer:

Die CCDs des Scanners liegen genau versetzt zum Raster der Scanvorlage. Es werden nur Informationen mit der halben Dichte der Vorlage interpretiert. Es entstehen Fehlinformationen, was als Aliasing bezeichnet wird.
Die CCDs des Scanners liegen genau versetzt zum Raster der Scanvorlage. Es werden nur Informationen mit der halben Dichte der Vorlage interpretiert. Es entstehen Fehlinformationen, was als Aliasing bezeichnet wird.

Gleiche Vorlage, gleicher Scanner, andere Situatoin: Der Bildkreis der einzelnen CCDs fällt in diesem extrem unwahrscheinlichen Beispiel direkt auf die Pixel der Bildvorlage. Unsere eingescannte Datei enthält nun exakt genau die gleichen Informationen wie die Vorlage. Leider können wir nicht überprüfen, ob unsere CCDs genau mit den gewünschten Details der Vorlage übereinstimmen, denn dann könnten wir mit der doppelten Auflösung scannen, als wie das Nyquist-Shannon-Abtatstheorem angibt. Das würde bedeuten mehr Scanqualität für deutlich weniger Geld.

Die Anordnung der CCDs des Scanners fallen exakt mit der Anordnung des Druckrasters der Bildvorlage zusammen. Der Scanner stellt alle Details der Vorlage dar, es kommt zu keinem Informationsverlust, das Nyquist-Shannon-Abtasttheorem scheint außer Kraft
Die Anordnung der CCDs des Scanners fallen exakt mit der Anordnung des Druckrasters der Bildvorlage zusammen. Der Scanner stellt alle Details der Vorlage dar, es kommt zu keinem Informationsverlust, das Nyquist-Shannon-Abtasttheorem scheint außer Kraft

Da wir jedoch nicht unsere Vorlagen genau an das Raster der CCD-Abtastung ausrichten können und unsere Vorlagen in der Regel auch nicht solch ein strukturiertes Raster aufweisen sondern eine chaotische Verteilung von Silberkörnern bzw. Farbstoffen im Film, brauchen wir immer die mehr als doppelte Auflösung beim Einscannen von analogen Bildvorlagen.

Das USAF-1951 Test Dia: Warum die Auflösung höher als die Nyquist-Auflösung erscheint

Gehen wir noch einmal zurück zu unserem USAF-1951 Test Target mit den schwarz-weißen Linienpaaren.

Wenn solch ein Linienpaar nun zufälliger weise genau (oder fast genau) mit dem Raster der CCDs übereinstimmt, kann es durchaus passieren, dass die subjektiv empfundene Auflösung deutlich über der Nyquist-Auflösung liegt:

Scan-gleiche_Aufloesung_wenig_versetzt_zwei_CCDs_Linienpaar

 

Bei diesem Beispiel werden zwei Linienpaare gescannt. Deren Tonwerte liegen bei 0 % und 100 % Schwarz. Sie sind leicht versetzt zur Anordnung der CCD-Elemente angeordnet, so dass eine Linie zu 90 % auf Element A und zu 10 % auf Element B liegt. Die beiden nebeneinander liegenden CCDs speichern jeweils einen Wert von 10 % und 90 % Schwarz. Es entstehen zwei Linien mit 10 % und 90 % Schwarz. Der subjektive Betrachter wird nun sagen: „Ich erkenne hier noch Linien mit einer Auflösung von 150 Linienpaaren, was einer Auflösung von 300 dpi entspricht.“.

 

Liegen die Linien nun genau zu 50 % versetzt zu den CCDs sieht die Sache ganz anders aus:

Scan-gleiche_Aufloesung_versetzt_zwei_CCDs_Linienpaar

 

Die beiden nebeneinander liegenden CCDs erfassen jeweils 50 % der schwarzen Linie und interpretieren dies als 50 % Grau. Die Linienpaare sind für den subjektiven Betrachter nicht mehr zu unterscheiden, er würde dem Scanner eine geringere Auflösung attestieren als im vorherigen Beispiel, obwohl es sich um den identischen Scanner und die selbe Vorlage handelt.

Scannertests anhand des USAF-1952 Test Target – glaube keinem Test, dessen Ergebnisse Du nicht selbst manipuliert hast 😉

Wir sehen hier, wie ungenau die Messung der tatsächlichen Scannerauflösung anhand von USAF-Dias ist. Allerdings gibt es kein besseres Verfahren – zumindest ist mir keines bekannt. Zieht man diese Ungenauigkeit in Betracht, kann man die USAF-Dia-Tests als Anhaltspunkt zur Beurteilung der Scannerqualität unter anderen heranziehen. Aber man sollte sich die Testergebnisse genau anschauen und entsprechend den Feststellungen des Nyquist-Shann0n-Dingsbums-Theorems hinterfragen.

Vor allem kann man sagen, dass solange die gemessene Auflösung nicht unterhalb 50 % der vom Hersteller angegebenen optischen Auflösung fällt, wir davon ausgehen können, dass die angegebene optische Auflösung auch tatsächlich stimmt. Fällt die gemessene Auflösung unter die magische Grenze von 50 % kann es natürlich auch sein, dass zwar die Anzahl der CCD-Elemente auf der Scannerleiste stimmt und auch der Schrittmotor entsprechend feinauflösend arbeitet, dass jedoch andere Probleme die Qualität verschlechtern – z.B. minderwertige oder schlecht fokussierte Linsensysteme innerhalb des Scanners.

 

Ich hoffe, ich konnte etwas Licht ins Dunkel bringen. Über Anmerkungen, Korrekturen, Fragen und Jubeleien würde ich mich sehr freuen. Gegebenenfalls wird der Text dann auch noch überarbeitet.

Zweiäugige Rolleiflex 3,5F mit Schneider Kreuznach Xenotar TLR

Heute möchte ich meine zweiäugige Rolleiflex 3,5 F Xenotar Twin-Lens-Reflex Kamera vorstellen. Es handelt sich hierbei um eine Mittelformat-Kamera, die Negative in der Größe von 6 x 6 cm belichtet. Tatsächlich sind es ca. 5,5 x 5,5 cm aber allgemein spricht man von dem 6 x 6 Format.

Rolleiflex 3,5 F. Das Einstellrad dient zum Fokussieren. Außen befindet sich die Nadel des Selen-Belichtungsmessers, dessen Zelle bogenförmig unter dem Rolleiflex-Schriftzug befestigt wurde.
Rolleiflex 3,5 F. Das Einstellrad dient zum Fokussieren. Außen befindet sich die Nadel des Selen-Belichtungsmessers, dessen Zelle bogenförmig unter dem Rolleiflex-Schriftzug befestigt wurde.

Der Urahne dieses Kameramodels wurde 1929 veröffentlicht. Das Besondere ist, dass diese Kamera aus zwei übereinander angeordneten Objektiven besteht. Das untere Objektiv ist das Aufnahme-Objektiv. Ein dahinter liegender Zentralverschluss regelt zusammen mit einer Blende die Lichtmenge, die auf den lichtempfindlichen Film geworfen wird und dort ein latentes Bild erzeugt, das durch Reduktion und Fixierung entwickelt und haltbar gemacht wird.
Ein zweites Objektiv, das oberhalb angebracht ist, dient der Komposition durch den Fotografen. Durch die Versetztheit der beiden Objektive kommt es natürlich zu einer Verschiebung der Ausschnitte – der sogenannten Parallaxe. Man kennt dies von unserem eigenen Sehapparat. Schließen wir abwechselnd eines der beiden Augen, verändert sich geringfügig der wahrgenommene Bildausschnitt. Bei weit entfernt liegenden Objekten ist dieser Effekt relativ unbedeutend, bei nahe liegenden tritt er deutlicher zu Tage.

Der Sucher

Die Rolleiflex hat eine eingebaute Parallaxe-Korrektur: Je nach eingestelltem Fokus verschieben sich Maskenrahmen, die den Sucher oben oder unten beschneiden.

Blick in den Sucher der Rolleiflex 3,5 F. Das aufgenommene Bild wird seitenverkehrt aber aufrecht dargestellt. Durch das separate Aufnahmeobjektiv kommt es nicht zu einer Abschattung des Sucherbildes während der Aufnahme, wie dies bei einer einlinsigen Spiegelreflexkamera der Fall ist. Da der Spiegel nicht aus dem Weg geklappt werden muss, entstehen bei der Auslösung auch deutlich weniger Vibrationen und Geräusche. Es kommt zu weniger Verwacklungsunschärfe und das Fotografieren wird allgemein diskreter.
Blick in den Sucher der Rolleiflex 3,5 F. Das aufgenommene Bild wird seitenverkehrt aber aufrecht dargestellt. Durch das separate Aufnahmeobjektiv kommt es nicht zu einer Abschattung des Sucherbildes während der Aufnahme, wie dies bei einer einlinsigen Spiegelreflexkamera der Fall ist. Da der Spiegel nicht aus dem Weg geklappt werden muss, entstehen bei der Auslösung auch deutlich weniger Vibrationen und Geräusche. Es kommt zu weniger Verwacklungsunschärfe und das Fotografieren wird allgemein diskreter.

 

In der Mitte der Suchermattscheibe befindet sich eine Scharfstellhilfe. Der sogenannte Schnittbildindikator zeigt an, ob das anvisierte Objekt scharf eingestellt ist. Wenn die beiden Bildteile durchgängig sind ohne gegeneinander verschoben zu sein, ist der Fokus korrekt gesetzt. Im dargestellten Beispiel sieht man den Versatz, wenn das Bild nicht scharf gestellt ist. Der Schnittbildindikator wurde erst bei den F-Modellen eingeführt.
In der Mitte der Suchermattscheibe befindet sich eine Scharfstellhilfe. Der sogenannte Schnittbildindikator zeigt an, ob das anvisierte Objekt scharf eingestellt ist. Wenn die beiden Bildteile durchgängig sind ohne gegeneinander verschoben zu sein, ist der Fokus korrekt gesetzt. Im dargestellten Beispiel sieht man den Versatz, wenn das Bild nicht scharf gestellt ist. Der Schnittbildindikator wurde erst bei den F-Modellen eingeführt.

Werden die beiden Hebel links und rechts vom Sucher gedrückt, lässt sich der Sucher bei den F-Modellen ganz einfach abnehmen.

Roleiflex 3,5F ohne Sucherschacht. Die Mattscheibe kann nun getauscht werden – im Gegensatz zu den Vorgängermodellen ohne abnehmbaren Sucherschacht braucht nach dem Wechsel der Mattscheibe der Fokus nicht neu justiert werden.
Roleiflex 3,5F ohne Sucherschacht. Die Mattscheibe kann nun getauscht werden – im Gegensatz zu den Vorgängermodellen ohne abnehmbaren Sucherschacht braucht nach dem Wechsel der Mattscheibe der Fokus nicht neu justiert werden.

Der Durchbruch gelang 1937 mit dem Automat Model, welches automatisch den Beginn des Filmstreifens erkennt und den Film immer nur so weit transportieren lässt, dass sich die Aufnahmen nicht überlappen und – besonders wichtig – die erste Aufnahme auch wirklich am Anfang des Filmstreifens steht.
Denn der verwendete Mittelformatfilm ist – anders als beim perforierten Kleinbildfilm – mit einem Klebestreifen an einem Papierstreifen befestigt. Ein Fühler erkennt, dass durch Papierstreifen plus Film das Material dicker wird und setzt den Zählmechanismus und die automatische Sperre in Gang.
Vor dieser Erfindung war es notwendig, dass durch ein Fenster in der Rückwand der Kamera auf dem Papier aufgedruckte Zeichen beachtet werden, die signalisierten, wann ein Bild beginnt. Durch den Automatismus der Rolleiflex Automat wurde der Filmtransport wesentlich schneller, was die Kamera beliebt machte bei Pressefotografen.

Die Kurbel erlaubte ein schnelles Vorspulen des Films bei gleichzeitigem Spannen des Verschlusses. Das kleine Fenster zeigt an, das wievielte Bild gerade belichtet wird. Null zeigt an, dass kein Film in der Kamera liegt.
Die Kurbel erlaubte ein schnelles Vorspulen des Films bei gleichzeitigem Spannen des Verschlusses. Das kleine Fenster zeigt an, das wievielte Bild gerade belichtet wird. Null bedeutet, dass kein Film in der Kamera liegt.

Das von mir vorgestellte Model stellte einen ersten Höhepunkt in der Entwicklung der doppeläugigen Spiegelreflexkamera dar. Es verfügt über einen eingebauten Selen-Belichtungsmesser (ungekuppelt), eine neuere und hellere Mattscheibe und einen abnehmbaren Sucherrahmen, der durch ein Prismaaufsatz ersetzt werden kann. Weiterhin sind die Objektive vergütet, wodurch höhere Kontraste möglich wurden bzw. optisch anspruchsvollere Objektivkonstruktionen umsetzbar wurden. Gebaut wurde es ca. 1968.

Rolleiflex 3,5F mit Xenotar 75 mm 1:3,5.
Rolleiflex 3,5F mit Xenotar 75 mm 1:3,5.

 

Rolleiflex 3,5F von links. Der große Knopf ist der Regler für den Fokus. Aufgesetzt auf diesen befindet sich die Anzeige des Belichtungsmessers. Dieser kann mit dem kleinen silberfarbenen Drehrädchen justiert werden. Unter dem Fokus-Rad, etwas nach hiten versetzt, befindet sich die Einstellscheibe für die Filmempfindlichkeit. Verstellt wird diese, wenn der innere silberne Ring gedrückt und gleichzeitig gedreht wird. Wird der gesamte Knopf gedreht, kann eine Kompensation für Über- und Unterbelichtung – z. B. durch Filter – eingestellt werden.
Rolleiflex 3,5F von links. Der große Knopf ist der Regler für den Fokus. Aufgesetzt auf diesen befindet sich die Anzeige des Belichtungsmessers. Unter dem Fokus-Rad, etwas nach hinten versetzt, befindet sich die Einstellscheibe für die Filmempfindlichkeit. Verstellt wird diese, wenn der innere silberne Ring gedrückt und gleichzeitig gedreht wird. Wird der gesamte Knopf gedreht, kann eine Kompensation gegen Unterbelichtung – z. B. durch Filter – eingestellt werden (max. drei Blenden).

Belichtungsmesser

Außen auf dem Fokus-Knopf befindet sich eine gekuppelter Belichtungsmesser von Gossen. Die Selenzelle ist bogenförmig auf der Vorderseite der Kamera, direkt unter dem Rolleiflex-Schriftzug angebracht.
Auf der Anzeige ist eine Kelle mit einem Ring am Ende angebracht, neben einem Zeiger und einem roten Feld im Hintergrund.
Der Zeiger bewegt sich entsprechend dem Lichteinfall. Befindet er sich im roten Bereich, ist die Lichtmenge unterhalb dem unteren Limit des Messbereiches. Es kann keine verlässliche Belichtungsmessung vorgenommen werden.

Gekuppelter Gossen Belichtungsmesser an der Rolleiflex 3,5 F. Der Zeiger und die Kelle müssen in Deckung gebracht werden um eine korrekte Belichtung zu erhalten.
Gekuppelter Gossen Belichtungsmesser an der Rolleiflex 3,5 F. Der Zeiger und die Kelle müssen in Deckung gebracht werden um eine korrekte Belichtung zu erhalten.

Die Kelle bewegt sich entsprechend den Einstellungen zu Blende und Belichtungszeit. Werden diese beiden Parameter so eingestellt, dass sich die Kelle genau über der Nadel befindet, ist die Belichtung korket eingestellt – vorausgesetzt vorher wurde der korrekte ISO-Wert der Filmempfindlichkeit entsprechend eingestellt.
Ersatzteile für den Belichtungsmesser können bei eBay bestellt werden, meiner Erfahrung nach sind die Preise aber häufig überzogen: Rolleiflex Belichtungsmesser bei eBay [Affiliate Link]

Ich hatte meine Kamera zum Überholen nach einem Sturzschaden (Fokus lief nicht mehr sauber, bei bestimmter Fokuseinstellung löste die Kamera nicht mehr richtig aus) bei Paepke in Düsseldorf eingeschickt. Leider hatte ich die Kamera nicht richtig gepolstert, so dass auch noch der Belichtungsmesser einen Schaden bekam und unbrauchbar wurde. Die komplette Reparatur mit Einbau eines neuen Belichtungsmessers kostete komplett 550 Euro (Autsch). Bedenkt man allerdings, dass alleine eine Routine-Überholung bei verharztem Verschluss üblicherweise um die 300 Euro kostet, und bedenkt man weiterhin den Sturzschaden, wird klar, dass der Einbau plus Ersatzteile (neuwertig) des Belichtungsmesser nicht teurer waren als die Ersatzteile alleine, die bei eBay für über 200 Euro gehandelt werden. Dazu bekommt man noch Garantie und einen erstklassigen Service (Einstellscheibe und Spiegel wurden bei meiner Kamera gereinigt).

Objektive für die Rolleiflex F

Es gab dieses Modell mit vier verschiedenen Objektiven. Zwei Objektive von Carl Zeiss und zwei Objektive von Schneider Kreuznach.
Die Zeiss Objektive waren beide Zeiss-Planar-Konstruktionen, einmal mit der größtmöglichen Blendenöffnung von 2,8 und das andere Planar mit maximal 3,5. Die offenere Linse hat eine Brennweite von 80 mm, die kleinere eine Brennweite von 75 mm.
Dem entsprachen weitgehend die Schneider Kreuznach Objektive der Xenotar-Reihe. Hier gab es das 80 mm f 2,8 und entsprechend das 75 mm f 3,5.
Es gibt eine endlose Diskussion, welches Objektiv nun das bessere sei. Häufig findet man die Meinung, dass die 3,5-Variante schärfere Bilder erzeugt als das 2,8-Modell. Auch gibt es Diskussionen, ob nun Zeiss oder Schneider schärfere Bilder liefert und dass es hier unterschiede im Bokeh gibt.

Das AUfnahmeobjektiv der Rolleiflex 3,5 F: Ein Schneider Kreuznach Xenotar mit Anfangsöffnung 3,5 und Brennweite 75 mm.
Das Aufnahmeobjektiv der Rolleiflex 3,5 F: Ein Schneider Kreuznach Xenotar mit Anfangsöffnung 3,5 und Brennweite 75 mm.

Ich habe mich für das 3,5 Xenotar Objektiv entschieden, weil es zum einen deutlich günstiger als das 2,8er Modell ist und weil ich lange Zeit in Bad Kreuznach gelebt habe und daher eine gewisse Affinität zu Schneider Kreuznach nicht verleugnen kann. Ihr seht, hier haben also ganz unsachliche Gründe für diese Wahl gesprochen, zumal die Frage nach dem schärferen Modell wahrscheinlich nicht abschließend beantwortet werden kann.

Foto mit Seitenlicht, aufgenommen mit einer Rolleiflex 3,5 C oder Rolleiflex 3,5 E auch mit Xenotar-Objektiv.
Foto mit Seitenlicht, aufgenommen mit einer Rolleiflex 3,5 C oder Rolleiflex 3,5 E auch mit Xenotar-Objektiv.

 

Auch dieses Bild wurde mit der Rolleiflex 3,5 C / Rolleiflex 3,5 E mit Xenotar-Objektiv aufgenommen. Die Rolleiflex 3,5 C/E ist eine Vorgängerin der Rolleiflex 3,5 F aus den späten 1950er Jahren.
Auch dieses Bild wurde mit der Rolleiflex 3,5 C / Rolleiflex 3,5 E mit Xenotar-Objektiv aufgenommen. Die Rolleiflex 3,5 C/E ist eine Vorgängerin der Rolleiflex 3,5 F aus den späten 1950er Jahren.

Leder-Bereitschaftstasche

Die Kamera wurde in einer schönen Leder-Bereitschaftstasche geliefert, zusammen mit einem Lederriemen mit einem Rollei-eigenen Verschluss. Das macht diese Riemen sehr begehrt und teuer, wenn man sie einzeln nachkaufen möchte. Man kann hier aber auch mit unterschiedlichen Lösungen kostengünstig improvisieren.

Nachfolgend ein Link zur eBay Suche für den Riemen:Rolleiflex Gurt bei eBay [Affiliate Link]
Darauf achten, dass der Riemen für die Nachkriegsmodelle passt. Es ist der Riemen mit den Scissor-Clips.

Es gibt aber auch neu gefertigte Riemen mit zweigeteiltem Ende, dass sich anstelle den Scissor-Clips einfädeln lässt:
Cam-in Leather brown Neck/Shoulder Strap [Affiliate-Link zu eBay.de]

Diesen bekommt man auch bei amazon: Rolleiflex Gurt bei amazon.de [Affiliate Link]

Wem das Beste gerade gut genug ist, der greift zu Luigis edlen Leder-Riemen mit neu gefertigten Scissor-Clips.

Rolleiflex 3,5 F in der Leder-Bereitschaftstasche. Leider muss diese recht umständlich entfernt werden, wenn der Film gewechselt werden soll. Auch schützt sie nicht wirklich die empfindlichen Teile der Kamera, außer sie wird mit einer herunterklappbaren vorderen Klappe versehen, die aber ziemlich nervig herunterbaumelt, wenn man gerade Fotos machen möchte. Zusâtzlich ist noch eine Kappe für den Fokusknopf verfügbar, die mit Druckknöpfen an der Bereitschaftstasche befestigt wird. Mir fehlt diese Kappe leider; möchte man sie einzeln gebraucht kaufen, werden hier mitunter sehr hohe Preise im Bereich von 50,– bis 80,– Euro verlangt. Der Tragriemen kann auch ohne Tasche an der Kamera befestigt werden.
Rolleiflex 3,5 F in der Leder-Bereitschaftstasche. Leider muss diese recht umständlich entfernt werden, wenn der Film gewechselt werden soll. Auch schützt sie nicht wirklich die empfindlichen Teile der Kamera, außer sie wird mit einer herunterklappbaren vorderen Klappe versehen, die aber ziemlich nervig herunterbaumelt, wenn man gerade Fotos machen möchte. Zusâtzlich ist noch eine Kappe für den Fokusknopf verfügbar, die mit Druckknöpfen an der Bereitschaftstasche befestigt wird. Mir fehlt diese Kappe leider; möchte man sie einzeln gebraucht kaufen, werden hier mitunter sehr hohe Preise im Bereich von 50,– bis 80,– Euro verlangt. Der Trageriemen kann auch ohne Tasche an der Kamera befestigt werden.

eBay Suche für die Bereitschaftstasche:
Rolleiflex 3,5 f Tasche bei eBay [Affiliate Link]

Wem es nicht weh tut, dass die Tasche so viel kostet wie eine gebrauchte Rolleiflex, der wird auch wieder bei Luigi fündig: Edle Leder Bereitschaftstasche von Luigi

Rolleinar Nahlinsen

The Rolleinar 2 Bay II Close Up Lens really shallows depth of field. Here you can also judge the bokeh of the Xenotar lens – I find it really creamy.
The Rolleinar 2 Bay II Close Up Lens really shallows depth of field (click on it to see it in a larger scale). Here you can also judge the bokeh of the Xenotar lens – I find it really creamy.

Für die Kamera gab und gibt es vielfältiges Zubehör. Interessant für Porträtfotografen sind hier zum Beispiel die Vorsatz-Linsen, die den Fokusbereich nach vorne verlegen. Standardmäßig kann die Rolleiflex nur bis zu einer minimalen Entfernung von knapp unter 90 cm fokussiert werden. Für ein Motivfüllendes Schulterporträt ist das ein wenig zu lang. Durch den Einsatz der Rolleinar I Nahlinse kann die Naheinstellgrenze verkleinert werden, so dass formatfüllende Porträts möglich werden.

Durch die Nahlinse Rolleinar I werden formatfüllende Schulterporträts möglich.
Ohne Nahlinse ist dies in etwa die größtmögliche Abbildung eines Porträts – mehr gibt die Naheinstellgrenze nicht her. Dieses Bild wurde auf Fuji Acros 100 belichtet und in Caffenol entwickelt.

 

Durch die Nahlinse Rolleinar II werden formatfüllende Schulterporträts selbst kleiner Kinder möglich.
Durch die Nahlinse Rolleinar II werden formatfüllende Schulterporträts selbst kleiner Kinder möglich. Entwickelt in X-Tol.

Die Rolleinar Nahlinse gibt es in drei verschiedenen Stärken, sie nennen sich dementsprechend Rolleinar I, Rolleinar II und Rolleinar III. Außerdem gibt es diese für drei verschiedene Bajonett-Maße. Das Bajonett 1 wird an der Rolleiflex Automat verwendet. Die Rolleiflex 3,5 F benötigt das etwas größere Bajonett 2. Bajonett 3 ist das größte Bajonett, dies wird für die Rolleiflex 2,8 F benötigt.

Rolleiflex Bajonett 2 Rolleinar 1 Nahlinse.
Rolleiflex Bajonett 2 Rolleinar 1 Nahlinse.

Die Rolleinar Nahlinsen bestehen aus zwei Teilen. Der kleinere Teil wird vor das Aufnahme-Objektiv gesteckt, der größere Teil enthält ein Prisma, dass sich ausgleichend auf die Parallaxe durch den geringeren Aufnahme-Abstand auswirkt. Dieser Teil wird am Sucher-Objektiv (oberes Objektiv) befestigt. Es ist dabei darauf zu achten, dass sich der rote Punkt zum Schluss oben befindet, sonst wirkt sich die Verschiebung des Bildausschnitts durch das eingebaute Prisma in die falsche Richtung aus.
Es gibt die Rolleinar Nahlinsen auch in einer älteren Version, die aus zwei identischen Nahlinsen besteht, sowie einem aufsteckbaren Prisma. Die Nahlinsen werden auf je eine Linse gesetzt, abschließend kommt auf die obere Linse das Prisma für den Parallaxe-Ausgleich. Der Vorteil dieser Variante ist, dass sich die Nahlinsen kombinieren lassen. Eine Rolleinar 1 mit einem Dioptrien plus eine Rolleinar 2 mit zwei Dioptrien kombiniert ergeben optisch den selben Effekt wie eine Rolleinar 3 mit drei Dioptrien.

Die ältere Version der Rolleinar Nahlinse besteht aus drei Teilen: zwei Linsen (die eigentlichen Rolleinare) und ein Prisma, das sich Rolleiparkeil nennt. Die hier abgebildete Version ist das Rolleinar 2 mit passendem Rolleiparkeil mit 2 Dioptrien und dem Bajonett 2.
Die ältere Version der Rolleinar Nahlinse besteht aus drei Teilen: zwei Linsen (die eigentlichen Rolleinare) und ein Prisma, das sich Rolleiparkeil nennt. Die hier abgebildete Version ist das Rolleinar 2 mit passendem Rolleiparkeil mit 2 Dioptrien und dem Bajonett 2 (Durchmesser 34 mm).

Die Rolleinar Nahlinsen wurden häufig mit einer praktischen Ledertasche geliefert, die sich am Tragriemen der Kamera befestigen lassen. So hat man die Naheinstelllinse immer dabei, wenn man sie braucht.

Rolleiflex_3.5_F_Xenotar_TLR_16_Rolleinar_I_closeup_lens_leather_case
Soll unterwegs nicht auf die Rolleinar Nahlinsen verzichtet werden, bietet es sich an, beim Kauf auf die praktischen Aufbewahrungshüllen aus Leder zu achten. Diese besitzen eine Lasche an der Rückseite, mit der sie praktisch am Lederriemen befestigt werden können.

eBay Suche nach Rolleinar 1, 2 und 3 mit Bajonett II (für das 3,5F Modell) [Affiliate Link].
Achtung: häufig wird nur eine der beiden Linsen angeboten. Darauf achten, dass das Set komplett ist – gegebenenfalls beim Verkäufer vorher nachfragen ob es sich um ein komplettes Set für Aufnahme- und Sucher-Objektiv handelt! Verwirrend kann hier sein, dass es die Linsen als dreier und als zweier Set gibt.

Gegenlichtblende/Streulichtblende

Ein weiteres wichtiges Accessoire ist die Gegenlichtblende / Streulichtblende. Sie verhindert, dass direktes Licht auf die Linse fällt und unschöne Flares verursacht. Da die Mehrschichtvergütung der Linsen erst in den 1970er Jahren eingeführt wurde, sind die einfach vergüteten Linsen der Rolleiflex 3,5 F etwas anfällig gegen Streulicht. Eine passende Gegenlichtblende hilft hier sehr gut. Zum Glück gibt es seit einigen Jahren Hersteller, die diese nachgebaut entsprechend dem Original anbieten. Die Preise sind damit dramatisch gefallen. Während eine Streulichtblende in den 2000er Jahren noch 50,– bis 100,– Euro auf dem Gebrauchtmarkt kostete – vorausgesetzt man war so glücklich überhaupt eine angeboten zu bekommen, sind gut verarbeitete Kopien für Preise deutlich unter 20,– Euro inklusive Versand heute verfügbar.
Ich kaufe häufig direkt aus China. Meine Erfahrungen sind sehr gut. Sollte mal etwas nicht in Ordnung sein, wurde bei mir bisher immer unkompliziert der Kaufpreis erstattet oder Ersatz geschickt.
Rolleiflex Gegenlichtblende (Lens Hood) bei eBay [Affiliate Link].

Darauf achten: für das 3,5F Modell wird das Bajonett II benötigt, für das 2,8F Modell Bajonett III.

Rolleiflex Mutar 1,5

Die Rolleiflex liefert mit 75 mm Brennweite auf Mittelformat-Rollfilm eine sogenannte „Standardbrennweite“. Wer also für Formatfüllende Portraits nah an das Subjekt heran möchte, riskiert verzeichnete Bilder, besonders wenn die Nahlinsen eingesetzt werden.

Besser geeignet für Portraits ist ein moderates Teleobjektiv. Rollei hat daher auch eine Rolleiflex mit 135 mm Teleobjektiv [Affiliate-Link zu eBay.de] im Programm. Das Problem: die älteren Rolleiflex TLRs benötigen zusätzlich noch eine seltene Nahlinse [eBay-Affiliate-Link], da die Tele-Rolleis eine sehr große minimale Naheinstellgrenze für den Fokus haben.

Eine Alternative bilden da die Mutar Vorsatz-Linsen. Die Mutars sind jeweils zwei fest verbundene Linsen, die vor die Objektive der Rolleiflex gesetzt werden und die Brennweite verändern.

Es gibt ein 0,7 Mutar, welches die Rolleiflex in eine Weitwinkelkamera verwandelt. Das 1,5 Mutar hingegen ändert die Brennweite hin zu einem moderaten Tele-Bereich, ist von daher also gut geeignet für Portraitaufnahmen, gäbe es da nicht das Problem, dass sich auch hier wieder die Naheinstelle im gleichen Maße verändert, wie die Brennweite – womit sich am Bildausschnitt nichts tut.

Leider gibt es für die Mutare keine Vorsatzlinsen, um die Naheinstellgrenze zu verändern, wie dies bei den Tele-Rolleis der Fall ist. Allerdings lassen sich durch einen einfachen Trick die normalen Rolleinar-Vorsatzlinsen mit dem Mutar kombinieren. Hierzu setzt man einfach zuerst die beiden Rolleinar Vorsatzlinsen an das Kamera-Objektiv und setzt dann auf diese Nahlinsen das Mutar. Aus physikalischer Sicht betrachtet, ist es nämlich egal, ob die Rolleinare vorne oder in der Mitte der gesamten Objektiv-Konstruktion sitzen.

Natürlich funktioniert das nur mit den älteren Rolleinaren, bei denen der Rolleiparkeil als drittes Element getrennt von der eigentlichen Linse aufgesetzt wird. Oder man braucht von den neueren Rolleinaren zwei identische und verwendet her nur die flachen Teile für das Aufnahmeobjektiv.

Das Ganze sieht dann so aus:

Einziges Manko ist natürlich, dass durch die erhöhte Anzahl an Vorsätzen auch die Anzahl der Luft-Glas-Übergänge steigt, was den Kontrast der Aufnahmen senken kann, wenn das Licht ungünstig einfällt (Gegenlicht-Situation) oder bei Dämmerlicht.

Die Schärfe der Tele-Mutars hingegen ist in Ordnung, im Gegensatz zu Weitwinkel-Vorsätzen sind Tele-Vorsätze allgemein nicht so aufwändig zu konstruieren und weisen eine bessere Schärfe bis zum Rand hin auf.

Sobald ich fertige Bilder entwickelt und gescannt habe, werde ich diese hier posten. Soviel kann ich aber schn sagen: durch den Sucher sieht das ganze gut aus.

Ein weiterer Vorteil: Bisher sind die Tele-Mutare längst nicht so begehrt wie die Weitwinkel-Mutare, gerade wegen der Nachteile in Bezug auf Portrait-Tauglichkeit.

Die Mutare werden häufig für die verschiedenen Bajonette (I, II & III) angeboten. Dabei handelt es sich um identische Mutare, die nur einen weiteren Adapter enthalten, um sie auf die entsprechenden Rolleiflex_Kameras aufsetzen zu können. Dabei ist zu beachten, dass sich diese Adapter abnehmen lassen und dann alle Mutare standardmäßig mit einem Anschluss für Bajonett-II Rolleiflex Kameras ausgestattet sind, hier namentlich für die F-Reihe, da hier auch der Abstand von Aufnahme- und Sucherobjektiv perfekt auf die Rolleinare passt – bei anderen Modellen kann es hier zu Abschattungen im Sucher kommen. Weiterhin sind die Mutare optimal auf die Kameras mit einer 3,5 Offenblende abgestimmt. Bei den 2,8 Rolleiflex-Kameras kommt es hier zu deutlich sichtbaren Vignetierungen.

Für alle Interessierten hier eine eBay-Suche nach Mutaren [Affiliate-Link].

Mein Exemplar war ein Spontankauf. Da die Aufnahme-Linse eine Beschädigung aufweist (siehe Bild unten), war die Linse sehr günstig zu bekommen. Dreht man das Mutar um und setzt die Beschädigte Linse vor das Sucher-Objektiv verursacht die Beschädigung deutlich sichtbare Fehler am Bildrand. Setzt man sie allerdings wieder richtig herum auf, konnte ich diese Fehler auf den ersten Test-Aufnahmen zum Glück nicht mehr sehen.

Trotzdem hatte ich nachgeforscht, ob es nicht die Möglichkeit gibt, ein neues Linsenelement anfertigen zu lassen. Ich kam daher auf die Idee, bei meinem Optiker vor Ort nachzufragen, ob es die Möglichkeit gibt, ein neues Linsenelement anfertigen zu lassen.

Der Optikermeister Marian Ried vom Augenoptik-Fachgeschäft Optik Böhler war total begeistert von meiner ungewöhnlichen Anfrage und setzte sich mit den unterschiedlichsten Lieferanten auseinander. Unter anderem auch direkt mit Zeiss, von wo die Linse stammt. Dort wurde ihm mitgeteilt, dass für das Objektiv nicht mal mehr Pläne vorhanden seien, nach denen es neu geschliffen werden könnte.

Letztendlich fand er einen Betrieb, der sich in der Lage sah, das Element nachzubauen. Dafür müsste das beschädigte Element zunächst zersägt werden, damit die optische Dichte korrekt bestimmt werden könnte. Interessanterweise war das ganze gar nicht mal so teuer, die Kosten für die Reparatur plus Kaufkosten für das defekte Mutar waren noch unterhalb der Kosten für ein gut erhaltenes gebrauchtes Mutar.

Ich habe Herrn Ried gefragt, ob er damit einverstanden ist, wenn ich ihn in meinem Blog weiterempfehle und er freute sich, da er das Thema Kamera-Objektive als spannendes Thema neben seiner eigentlichen Tätigkeit als Augen-Optiker empfand. Also, wenn Euch ein besonderes optisches Einzelstück kaputt gegangen ist, welches nur schwer zu ersetzen ist, könnt ihr Euch gerne mit Herrn Ried in Verbindung setzen.

Bedienungsanleitung

Anleitung für die Rolleiflex 3,5F / Rolleiflex 2,8F. Das PDF liefert eine höhere Auflösung.
Anleitung für die Rolleiflex 3,5F / Rolleiflex 2,8F. Das PDF liefert eine höhere Auflösung.

Nachfolgend ein/e Bedienungsanleitung / Manual / user guide zum Herunterladen und Ausdrucken.

Und abschließend noch eine eBay Suche nach der Rolleiflex: Rolleiflex 3,5F Xenotar bei eBay [Affiliate Link]

Weiterführende Links zur Rolleiflex:

Konica C35 rangefinder adjustment and repair manual – step by step

After I’ve repaired the metering I realized that the rangefinder has problems too. The rangefinder only reacted on settings in the close range. When I kept on turning the lens barrel into the farer range (about 3 meters till infinity) the split image just stopped moving.

First I tried to adjust the rangefinder through the screw that is accessible through a little hole under the back door which is covered by a screw that has to be taken out first.

If you open tha film chaber door you find a little screw right below the viewfinder. This has to be screwed out completely to access a tiny screw that adjusts the rangefinder.
If you open the film chaber door you find a little screw right below the viewfinder. This has to be screwed out completely to access a tiny screw that adjusts the rangefinder.
Konica c35 repair rangefinder 11
Here you can see the adjustment screw. This screw adjusts the complete range from close to far in a whole. Later I will show you which screw adjusts the relation between far and close – it is very unlikely that this has to be adjusted.

If this does not help the top cover of the camera has to be removed – don’t be afraid, it is easier than you might think. You can read this article where I described how to remove the top cover.

After you removed the top cover come back here to see how to continue.

 

Remove the three green marked screws, now the whole rangefinder assembly can be removed from the camera.
Loosen the three green marked screws, now the whole rangefinder assembly can be removed from the camera.

Konica c35 repair rangefinder 1

On the bottom of the rangefinder unit I removed this large headed screw because the brass arm was a bit stuck. It did not move back completely when the black lever was pushed and released afterwards. I put a tiny drop of lube and retightened the screw.

On the bottom of the rangefinder unit I removed this large headed screw because the brass arm was a bit stuck. It did not move back completely when the black lever was pushed and released afterwards.
I put a tiny drop of lube and retightened the screw.
I've also put a tiny drop of lube between
I’ve also put a tiny drop of lube under the brass lever. There is a little outtake where the lube can be placed at. In this picture you also see the adjustment screw that can be accessed through the film compartment described in the very beginning of this article. It is in the top right corner of this picture. It is also possible to adjust the rangefinder now.

But still the split image got stuck so I went on looking what could be fixed.

Konica c35 repair rangefinder 7 marks
If you take off the black paper cover from the rangefinder unit – it is hold in place by two very tiny screws – you will find this red marked screw. Don’t touch this screw, it adjusts the relation between close and far focusing. This should normaly be no problem.
The green marked screw adjusts the vertical alignment of the rangefinder. On the Konica C35 automatic it can be accesses through the hot shoe without disassembling the top cover of the camera.
Anyway if the rangefinder is stuck like mine it may help to add a tiny drop of lube to this screw.
When I loosened this screw the vertical alignment wen’t completely off and it could not be readjuster by tightening the screw. I pushed with some force on the base besides the screw and the alignment was spot on again.
I fixed the screw with loctite.

I hope this description can help you a bit and would be very happy about a comment.

Konica C35 rangefinder Camera repair – light meter soldering manual

A few months ago I acquired this little Konica C35 rangefinder on a flea market for less than five Euros. It got many traces from intensive use but there were no signs of serious damage so I decided to take it home.

There still was a film in the camera, I will develop it some day. But unfortunately the light meter did not work. Who knows this camera is aware that there is no possibility to manually set aperture and shutter speed. So I had to repair the wiring of the battery compartment which included some soldering – which I never really did before.

The following pictures describe the process of resoldering the light meter and the replacement of the whole cable that leads from the battery compartment to the light meter located on top of the lens inside the lens barrel.

Konica c35 repair light meter 9
At first just loosen the three screws on the bottom.
After this screw off the two screws that hold the battery compartment in place.
After this screw off the two screws that hold the battery compartment in place.
Probably the black cable is already loose. If the cable inside looks okay you can just solder it. If you are lucky the job is done now. Just replace the compartment and the bottom cover and check if the needle responds to the light. There is no need to transport the film advance crank, the needle responds also if the shutter is not cocked.
Probably the black cable is already loose. If the cable inside looks okay you can just solder it. If you are lucky the job is done now. Just replace the compartment and the bottom cover and check if the needle responds to the light.
There is no need to transport the film advance crank, the needle responds also if the shutter is not cocked.
First step: Take of the rewind knob. This is very easily done by grabbing the inner part that connects with the film spool and turning the rewind crank counterclockwise.
If you are not that lucky you have to get deeper into the insides since the cable that goes to the light sensor needs to be completely replaced. But no problem, it is really simple to get this done. First take of the rewind knob. This is very easily done by grabbing the inner part that connects with the film spool and turning the rewind crank counterclockwise.
The next step is to unfasten the little screw that was hidden under the rewind crank.
The next step is to unfasten the little screw that was hidden under the rewind crank.
The next step is to loosen the film transport lever. The Screw that holds it in place can easily loosened with a rubber that is pressed on its surface and turned counterclockwise. Alternatively some tool like pliers or a pair of tweezers could be used but then there is the risk to scratch the screws surface. The picture shows all parts of the lever in the order in which they are put together. The bottom part again is screwed down, this can easily be detached owing pliers also there is not the risk to scratch it.
The next step is to loosen the film transport lever. The Screw that holds it in place can easily loosened with a rubber that is pressed on its surface and turned counterclockwise. Alternatively some tool like pliers or a pair of tweezers could be used but then there is the risk to scratch the screws surface (you can see how bad it was done on mine …).
The picture shows all parts of the lever in the order in which they are put together. The bottom part again is screwed down, this can easily be detached with pliers.
Here you can see how the bottom part of the advance lever gets loosened.
Here you can see how the bottom part of the advance lever gets loosened.
Konica c35 repair light meter 10
Now the top case can be lifted. Take care for the cable that connects to the hot shoe and pc socket. Maybe this one also needs to be resoldered.
Konica c35 repair light meter 6
Because we need to peal off the vinyl leatherette the self timer lever has to be taken off. The vinyl will afterwards stick again without adding new glue.
After peeling off the vinyl there are four black screws that hold the lens plate in place. Do not alter the lens settings after taking it off since it connects to a gear inside the camera and it gets difficult to find the proper setting again – believe me I did this mistake and it cots me half an hour to get everything even again.
After peeling off the vinyl there are four black screws that hold the lens plate in place. Do not alter the lens settings after taking it off since it connects to a gear inside the camera and it gets difficult to find the proper setting again – believe me I did this mistake and it cost me half an hour to get everything even again.
The lens plate is also connected with two cables. On of these gets replaced, the other one goes to the meter needle in the viewfinder.
The lens plate is also connected with two cables. On of these gets replaced, the other one goes to the meter needle in the viewfinder. Also you can see the small pin. Take it out before it falls out and gets lost. When you replace it the sharpened side goes into the plate first.
Now the ring from the top of the lens has to be unscrewed. I did it with tough bend tweezers – better is a spanner tool.
Now the ring from the top of the lens has to be unscrewed. I did it with tough bend tweezers – better is a spanner tool.

 

Here you can see the loose ring that holds the top part of the lens assembly in place.
Here you can see the loose ring that holds the top part of the lens assembly in place.
Konica c35 repair light meter 1
As you see the cable already came off. Just replace it reassemble everything (this is easy, there is no hidden difficulty when doing so).
Good luck and good fun with this little shooter.

Some useful links:

  • Full color user manual from butkus
  • Matt Dentons review of the Konica C35. His description of the repair of his Konica C35 automatic also helped me to get the job done.
  • Janus Kohl Anderson also has some pictures that describe the disassembly and helped me a lot too.
  • peter rabbit shows a tough strip down of his Konica C35 in his flickr stream.

  • ebay search for

If this article was helpful or if you have any suggestions I would be very grateful if you just leave a short reply.

Kodacolor II

Ein Kollege, der in den Ruhestand gegangen ist, hat mir sein Fotolabor geschenkt. Mit dabei waren zwei schon lange abgelaufene Negativ-Filme. Ich möchte hier den Kodak Farbfilm Kodacolor II ASA 80 / 20 DIN, mit Ablaufdatum Juli 1977 vorstellen. Der Film bietet Platz für 20 Aufnahmen und kam in einer noch komplett verschlossenen Papp-Schachtel.

Kodacolor II Box
Kodacolor II Box
Kodacolor II Ablaufdatum Juli 1977
Kodacolor II Ablaufdatum Juli 1977. Der Film bietet Platz für 20 Aufnahmen. Die Empfindlichkeit ist mit ASA 80 / 20˚ DIN angegeben.
Kodacolor II Box Größenvergleich
Kodacolor II Box Größenvergleich.
Kodacolor II Patrone
Kodacolor II Patrone in schönem Zebra-Design.
Kodacolor II Filmdose und Beipackzettel
Kodacolor II Filmdose und Beipackzettel
Kodacolor II Patrone und Filmdose
Kodacolor II Patrone und Filmdose
Kodacolor II mit Leica-Schwanz
Kodacolor II mit Leica-Schwanz. Bei der Kamera handelt es sich jedoch um eine Zorki I, eine russische Leica-II-Kopie.

Eine Internet-Recherche ergab, dass solch alte Filme durchaus noch immer brauchbare Ergebnisse liefern, wenn die Empfindlichkeit entsprechend dem Alter angepasst wird. Einer Flickr-Diskussion folgend sollte der Film π·Daumen um eine Blende länger belichtet werden, für jedes Jahrzehnt seit dem Herstellungsdatum.

Ich gehe einfach davon aus, dass der Film ca. 1974 hergestellt wurde. Wie lange Kodak damals die Lagerzeiten angegeben hatte, weiß ich nicht, da 1974 aber mein Geburtsjahr ist, nehme ich dieses Datum auch aus persönlichen Gründen.

Dementsprechend müsste die Empfindlichkeit um knapp 4 Blenden geringer ausfallen als angegeben. Somit ergibt sich eine ISO-Empfindlichkeit von 5/8 oder ASA 5 / 8˚ DIN.

Bei solch einer geringen Empfindlichkeit empfiehlt es sich, den Film in einer Messsucherkamera zu belichten. Ich werde allerdings nicht die oben abgebildete Zorki 1 benutzen sondern meine Kiev IV, da diese ein Jupiter-3 Objektiv mit einer Anfangsöffnung von f 1,5 bietet. Auf der Zorki habe ich nur ein f 3,5 Objektiv.

Sobald der Film belichtet wurde, werde ich an dieser Stelle berichten.

Analoge Farbnegative im C-41 Prozess per Hand selber Entwickeln – Anleitung zum selbst Entwickeln

Farbbilder selber entwickeln ist kinderleicht. Häufig wird behauptet, es sei ein sogenannter Prozessor notwendig, da die Temperaturen der Entwickler-Chemikalien im 0,1-Grad-Bereich genau eingehalten werden müssten und die Rotationsgeschwindigkeit und Entwicklungsdauer sehr genau definiert sind.

Tatsächlich ist es nur geringfügig mehr Aufwand als Schwarz-Weiß-Negative zu entwickeln. Das Ansetzen der Chemikalien ist mit dem Tetenal C-41 Set sogar noch einfacher und wer bereits s/w entwickelt hat, hat schon alle Utensilien zuhause.

Ein toller Trick, den ich mal in einem Forum gelesen habe: anstelle einer teuren Rotationsmaschine oder einer anderen Entwicklermaschine kann man die Entwicklerdose auch einfach im gefüllten Waschbecken per Hand rotieren lassen. Das Wasserbad hält den Entwickler auf der richtigen Temperatur und die Luft in der Dose verändert ein Absinken und macht somit das Rotieren per Hand sehr einfach.

Anzeige

Benötigt wird:

  • Entwickler-Chemikalien für den C41-Prozess. Ich verwende das Kit von Tetenal.
  • genaues Thermometer – es muss kein Colorthermometer (affiliate link) sein, dieses Thermometer (affiliate link) genügt vollkommen
  • Entwicklerdose: ich verwende die von Jobo (affiliate link), es gibt auch eine kleinere Variante (affiliate link), wenn man nur Kleinbild verwenden möchte. Um sich die Option für Mittelformat offen zu halten, würde ich die wenigen Euros mehr ausgeben anstatt mittelfristig neu zu kaufen. Günstiger sind die Entwicklerdosen von AP, Patterson oder Kaiser (affiliate link) – damit habe ich aber nur wenige Erfahrungen und kann daher nicht viel zu den Unterschieden sagen.
  • Wechselsack (affiliate link), um die Filme bei Dunkelheit einspulen zu können, ohne einen ganzen Raum abdunkeln zu müssen. Nach dem Einspulen kann im Hellen weiter gearbeitet werden.
  • drei Flaschen für Chemikalien (1 l – es geht aber auch, wenn man die Hälfte ansetzt, ich benutze z. B. 500 ml Flaschen)
  • Haushaltseimer
  • Haushaltshandschuhe
  • Stoppuhr
  • Messbecher
  • Trichter

Chemikalien ansetzen

Zunächst werden die Chemikalien angesetzt. Das Tetenal-Set hat schon alle Einzelchemikalien als Lösung vorbereitet. Diese braucht man nur noch in entsprechender Menge Wasser in angegebener Reihenfolge einrühren.

Filme einspulen

Danach werden die Filme wie gehabt in die Entwicklerdose eingespult. Ich verwende hierzu einen Wechselsack: Ein dunkler Stoffbeutel mit Reißverschluss und doppelter Knopfleiste sowie zwei Handeingriffen mit doppeltem Gummizug. So kann man ohne Dunkelkammer die Filme einspulen.

Chemikalien temperieren

Nun wird der Eimer mit warmen Wasser gefüllt und die Flaschen mit den Chemikalien hereingestellt. Die Wassertemperatur soll deutlich höher als 30 Grad sein. Jetzt wird solange gewartet, bis die Temperatur bei 30 bis 31 Grad Celsius liegt.

Die Flaschen mit den Entwickler-Chemikalien werden vortemperiert.
Die Flaschen mit den Entwickler-Chemikalien werden vortemperiert.

Während wir warten können wir im Waschbecken warmes Wasser einlassen. Auch dies soll deutlich über 30 Grad warm sein – besser noch heißer als das Wasser im Eimer, da das Waschbecken schneller auskühlt als der Wassereimer. Ich lege hier die Entwicklerdose herein, um den Film bereits vorzutemperieren.

Der Film wird mit der Entwicklerdose im Waschbecken vortemperiert.
Der Film wird mit der Entwicklerdose im Waschbecken vortemperiert.

Das Wasser im Waschbecken wird gebraucht, um die Entwicklerdose während des Entwicklungsprozesses auf 30 Grad zu halten.

Vorwässern

Nun wird der Film in der Dose mit temperiertem Wasser (am besten aus dem Waschbecken) auf 30 Grad eine Minute lang vorgewässert. Danach das Wasser ausschütten. Das Vorwässern ist notwendig, um den Film auf die richtige Temperatur zu bringen.

Film eine Minute Vorwässern.
Film eine Minute Vorwässern.

Entwickeln

Jetzt wird der Entwickler eingefüllt und die Stoppuhr gestartet.

Entwickler einfüllen.
Entwickler einfüllen.

 

Stoppuhr starten.
Stoppuhr starten.
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Dose per Hand drehen – ca. zwei bis drei mal pro Minute die Richtung wechseln.

 

Zum Entwickeln wird die Dose 7,5 Minuten lang im Waschbecken per Hand gedreht. Dabei sollte zwei bis drei mal pro Minute die Richtung gewechselt werden, um Schlierenbildung bei der Entwicklung zu verhindern.

Danach den Entwickler zurück in die Flasche füllen. Jetzt geht es deutlich entspannt weiter.

BX – Bleichfixierbad

Das Bleichfixierbad löst ähnlich wie beim Schwarz-Weiß-Prozess die Silberkristalle heraus – aber nicht nur die unentwickelten sondern auch die belichteten/entwickelten. Übrig bleiben die Farbkuppler.

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Bleich-Fixier-Bad einfüllen.

Das Bleichfixierbad kann auch im Kipp-Rhytmus entwickelt werden (10 Sek. kippen je Minute – Dauer vier bis fünf Minuten). Ich mach es jedoch auch in der Rotation, da ich so weniger Chemikalien-Ansatz benötige. Hier muss aber nicht so genau auf Geschwindigkeit und Richtungswechsel geachtet werden, wie dies beim Entwickler der Fall ist. Auch kann die Temperatur ruhig etwas niedriger liegen.

Nach dem Bleichen und Fixieren zwischenwässern.

Stabilisator

Als letzter Schritt der Entwicklung wird das Stabilisator-Bad eingeschüttet. Das Stabilisatorbad verhindert, dass sich im Film Sporen oder Keime festsetzen, somit wird die Lagerdauer deutlich erhöht. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass dem Wasser die Oberflächenspannung genommen wird, wodurch sich beim Trocknen keine Wasserflecken bilden.

Stabilisator-Bad in die offene Dose einschütten.
Stabilisator-Bad in die offene Dose einschütten.

Dann wird die Spirale mit Film ein paar mal ein- und ausgetunkt.

Film trocknen

Nach einer Minute kann der Film heraus genommen werden und zum Trocknen aufgehängt werden. Ich streife ihn vorher sanft mit den Gummihandschuhen ab, damit es keine Flecken gibt.

Film mit Gummihandschuhen vorsichtig abstreifen.
Film mit Gummihandschuhen vorsichtig abstreifen.
Film an aufgebogenen Büroklammern aufhängen.
Film an aufgebogenen Büroklammern aufhängen.

Über einen Kommentar mit Anmerkungen, Anregungen, Kritik oder einfach Euren eigenen Erfahrungen würde ich mich sehr freuen.

Contax II & Kiev 4 Viewfinder Mask Adaptor Project

In this article I want to give some information about my effort on creating an optical viewinder adaptor for Contax II and Kiev 4 cameras. The intention is to be able to use different focal lengths on the internal viewfinder so that no more extra viewfinder – like the turret viewfinder – is needed.

I had the idea in creating one since I read about the Leica M3 (?) and it’s special version of a Summicron 35 mm lens that comes with attached lenses that change the angle of view of the viewfinder. You can see an example on this great Leica-Fan-Site (which is in german only – sorry about that).

I am using a Kiev 4 for budget reasons so I was looking for a rather inexpensive solution  and thought about fixing an adaptor on the tripod mount because I did not wanted to make the lightmeter on my Kiev 4 obsolete.

About the same time I bought my Kiev 4a – the one without light meter – I found an article about cheaply creating a finder mask for tele lenses on rick olesons great site. This gave me the idea to create a simple mask made of adhesive tape that can be used on the Kiev 4 and Kiev 4a without blocking the light meter.

Btw.: it is a bit hard to read on Ricks notes – the size of the mask is calculated the following way:
mask size = RF size · 50 ÷ f

Kiev 4a with viewfinder mask
Kiev 4a with a simple viewfinder mask made of adhesive tape, cardboard and black paint.

The problem about this finder is that even tiny changes in the position of the mask have huge impact on the framing of the picture. My first roll had real problems with cut off parts in the pictures.

I thought if I put two lenses in front of the viewfinder windows in front of the camera with the proper dioptre my problems could be solved. So I went to a local optician and asked if this is technically possible. He explained that this might be no problem as long as I deliver him a frame in which he could put the cut out lenses. The lenses itself will be rather cheap (approximately 12 Euros each if I remember correctly).

Since then a few years are gone, I was really busy raising the kids and work wise. So I restarted this project and found a place that cuts out aluminium plates from an uploaded CAD-File – or even they deliver a software where you can manipulate the CAD file and instantly check the price upload and order. Sorry – for this software again is in german only.

So I designed a frame already, if the budget allows I will order it next month and see if I can get the lenses attached to it. I will continue this article if anything new happens here.

Bildschirmfoto 2013-02-19 um 16.14.18
Screenshot of the software FrontDesign that allows to design, calculate and order aluminium plates in different thickness and finishes.

I will also share the FrontDesign-CNC-File in case you would like to do development on this on your own. Only thing I demand is that you leave a comment here if you did any development on this:

Download: Kiev IV Brille optisches Glas.bak

Update:

After playing around with this masking idea I figured out that there are big problems with parallax. It would be needed to add some marks for close up focus since the magnification gets bigger if you focus closer adding with the growing effect of parallax which gets bigger the closer you focus either.

Since these are too big technical problems I actually do not focus on this project in the moment any more but bought me a turret finder for the Kiev 4 camera. Anyway the mask can work fine if you bear these limitations in mind.

Mirrored Zeiss Turret Viewfinder copy from Arsenal Kiev. The Viewfinder can be used for 28, 35, 85 and 135 mm lenses on the Kiev 4. On this picture you can see, that the viewfinder can be switched for parallax compensation if you are focusing closer.
Mirrored Zeiss Turret Viewfinder copy from Arsenal Kiev. The Viewfinder can be used for 28, 35, 85 and 135 mm lenses on the Kiev 4. On this picture you can see, that the viewfinder can be switched for parallax compensation if you are focusing closer.
The Kiev 4 camera with a Jupiter 11 lens and the Arsenal Kiev copy of the Zeiss Turret Viewfinder.
The Kiev 4 camera with a Jupiter 11 lens and the Arsenal Kiev copy of the Zeiss Turret Viewfinder.
Here you can see how the mirrored design of the Arsenal Kiev Turret Viewfinder prevents itself from building an obstacle for accessing the controls of the Leica II camera and its copies like the Zorki or FED.
Here you can see how the mirrored design of the Arsenal Kiev Turret Viewfinder prevents itself from building an obstacle for accessing the controls of the Leica II camera and its copies like the Zorki or FED.
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If you are interestet in buying a kiev 4 camera or anything else on eBay you can support this blog by using the following link:
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eBay search for Jupiter 11 lens (affiliate link)

Gossen Lunasix F aka Luna Pro F

Ich möchte hier meinenvorstellen.

Es handelt sich um einen der letzten analogen Belichtungsmesser. Der Vorteil dieses Systems liegt in der Nadel, die bei dauerhaft arretierter Messtaste permanent die Messergebnisse anzeigt. So lässt sich leicht der Kontrastumfang eines Bildes ausmessen. Die Skala 3  |  |  2  |  |  1  |  |  0  |  |  1  |  |  2  |  |  3 steht hierbei für Blendenstufen. Bleibt die Nadel z. B. links von der Null stehen, ist der Bildbereich dunkler als ein mittleres Grau. Die Ziffern geben dabei die Abweichung in ganzen Blendenstufen an, die Striche stehen logischerweise für jeweils 1/3 Blenden. Mittels dieser Skala kann leicht nach dem Zonensystem gearbeitet werden.

Ich verwende es in einer vereinfachten Form, indem ich mittels

die gewünschten hellsten Bereiche anmesse und die Nadel auf plus 3 stelle. Oder, wenn ich mit Blitz arbeite, das Hauptobjekt auf 0 ausmesse und dann den Hintergrund – wenn ich diesen komplett weiß freistellen möchte – so ausleuchte, dass dieser auf 2 oder 3 gemessen wird.

Gleiches gilt natürlich umgekehrt, möchte man eine Low-Key-Auffassung erzielen.

Die folgende Abbildung zeigt die wichtigsten Funktionen im Überblick. Der Lunasix F ist hier mit einem Tele-Vorsatz versehen worden.

Lunasix F Manual/Handbuch: die wichtigsten Funktionen im Überblick.
Lunasix F Manual/Handbuch: die wichtigsten Funktionen im Überblick.

Der aufgesetzte Tele-Vorsatz reduziert den Messwinkel von 30° auf wahlweise 15° oder 7,5°. Es lassen sich so relativ genau definierte Bildbereiche ausmessen. Bei großen Helligkeitskontrasten im direkten Umfeld der angepeilten Bildbereiche soll es aber zu ungenauen Messungen kommen. Mir ist das aber noch nicht aufgefallen. Für mich reichten die 7,5° bisher immer vollkommen, andere Leute vermissen allerdings gerade dieses Feature am Lunasix F.

Ein weiterer Schwachpunkt ist, dass sich am Lunasix F die Torzeit nicht regeln lässt. Der Belichtungsmesser misst beim Blitzen immer die Lichtmenge, die innerhalb 1/60 Sekunde einfällt. Also 1/60 Sekunde Umgebungslicht plus das Licht des Blitzes (der leuchtet immer kürzer als 1/60).

Blick durch den Sucher des Gossen Tele Vorsatz
Blick durch den Sucher des Gossen Tele Vorsatz. Die Unschärfe am Rand resultiert aus der mangelhaften Randschärfe der verwendeten Makrolinse (ein umgekehrtes Planar vor einem Tessar). Der rote Kreis markiert den 15° Bereich, der grüne Ring – welch‘ Überraschung – den 7,5° Ausschnitt.

Modernere Belichtungsmesser können gerade in diesem Bereich punkten, da hier häufig eine Torzeit entsprechend der eingestellten Verschlusszeit an der Kamera eingestellt werden kann und außerdem so Features wie der Kontrast zwischen Umgebungslicht und Blitzlicht gemessen werden können. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich noch nicht so weit in die Materie eingestiegen bin sondern mit dem einfachen Blitzen und Messen immer gut gefahren bin – was vielleicht auch daran liegt, dass ich beim Blitzen (anders als bei Available Light) gerne mit geschlossener Blende und häufig abends arbeite, wodurch das Umgebungslicht kaum eine Rolle spielt.

Ein weiteres Manko des Lunasix F ist der, dass die Kalotte, die bei Lichtmessung verwendet wird, starr an der Vorderkante des Belichtungsmessers angebracht ist. Es kann als nicht flach am auszumessenden Objekt gemessen werden. Ich habe mir hier geholfen, indem ich mir für kleines Geld den

besorgt habe. Dessen Messfläche liegt an der Oberseite. Da es sich um eine Fläche handelt und nicht um eine Halbkugel, eignet sich der Repro Vorsatz außerdem gut, um selektiv zu messen, ohne dass ungewolltes Licht anderer Blitzlampen seitwärts auf die Kalotte trifft. Der Repro-Vorsatz ist also vergleichbar zum Beispiel mit einem Minolta Flat Diffuser. Allerdings ist der Gossen Repro Vorsatz deutlich günstiger zu bekommen – wenn man etwas geduldig ist schon ab 10 bis 15 Euro.

Der Repro Vorsatz kann am Lunasix F als Flat Diffuser zum selektiven ausmessen einzelner Lampen im Studio verwendet werden.
Der Repro Vorsatz kann am Lunasix F als Flat Diffuser zum selektiven ausmessen einzelner Lampen im Studio verwendet werden.

Auch wenn der Reprovorsatz nicht schwenkbar ist, kann man sich hier behelfen, indem der Vorsatz einfach verkehrt herum am Lunasix F angebracht wird.

Lunasix F mit Gossen Repro Vorsatz
Einige Erweiterungen für den Lunasix lassen sich auch verkehrt herum anbringen.

Auf der Website des Herstellers Gossen kann man noch die Bedienungsanleitung im PDF-Format herunterladen.

Regula Variant 740-2 MFD: der perfekte Strobisten Blitz

Heute möchte ich einen interessanten Strobigsten Blitz vorstellen, den Regula Variant 740-2 MFD. Der Blitz wird leider nicht mehr hergestellt ist aber noch relativ häufig – und vor allem günstig – auf dem Gebrauchtmarkt zu finden. Es gibt ihn auch unter anderem Namen als Porst MDC 400-2 und Carena MDC 400-2. Diese drei Geräte sind jedoch bis auf den Aufdruck komplett identisch.

Der Regula Variant 740-2 MFD und seine baugleichen Zwillinge Porst MDC 400-2 und Carena MDC 400-2.
Der Regula Variant 740-2 MFD und seine baugleichen Zwillinge Porst MDC 400-2 und Carena MDC 400-2.

Anscheinend gibt es auch noch eine Variante dieses Blitzes ohne zweiten Aufhell-Reflektor an der Front. Zumindest gibt es von Regula eine Anleitung für beide Blitze: 740-1 MFD und 740-2 MFD zusammen. Demnach sollte es auch die Carene/Porst Variante mit nur einem Blitzreflektor und dem Namenszusatz 400-1 geben. Tatsächlich habe ich diesen Blitz noch nie bei eBay oder anderer Recherche im Netz jemals gefunden.

Vorsicht! Verwechslungsgefahr: Regula Variant 740-2 MC

Der Regula Variant 740-2 MC ist eine abgespeckte Version, die ich nicht empfehlen kann, da der MC gegenüber dem MFD keine manuelle Regelung der Blitzleistung ermöglicht. Und genau da liegt der Vorteil des 740-2 MFD, der ihn als Strobisten Blitz so interessant macht.

Regula Variant 740-2 MFD Rückseite
Der 740-2 MFD kann daran erkannt werden, dass er rechts einen Schalter M/C hat, an dem zwischen Computer und Manuell umgeschaltet werden kann. Der untere Schieberegler steuert dementsprechend entweder die Blitzleistung (1/1 1/2 1/4 1/8 1/16) oder das Computerprogramm (I II III IV V).

Manuelle Steuerung der Blitzleistung in Zeiten von E-TTL & Co. Ist das noch aktuell?

Alle Welt redet von TTL-Blitzsteuerung, warum also so etwas antiquiertes wie manuelle Steuerung der Blitzleistung? Diese Frage wird häufig gestellt, wenn unerfahrene Fotografen sehen, dass man seine moderne digitale Spiegelreflex-Kamera zusammen mit 30 Jahre alten Blitzgeräten verwendet. Doch was ist der Vorteil von manueller Blitzregelung? Kurz gesagt, man kann die Beleuchtung (nicht Belichtung) deutlich vielfältiger steuern, als wenn man dieses einer Automatik überlässt.

Ein Blitz wirkt unnatürlich – warum wirken dann zwei nicht noch unnatürlicher?

Wir alle kennen das, der eingebaute oder aufgesteckte Blitz leuchtet das Bild zwar frontal gut aus, es ist alles gut zu erkennen – aber wirklich schön sieht das Bild nicht aus. Vor allem geht die räumliche Wirkung des natürlich (oder auch durch Lampenarrangements) vorhanden Lichts kaputt, wird brutal von vorne ausgeleuchtet. Hinzu kommen unschöne Schlagschatten an der Wand hinter dem fotografierten Objekt. Demgegenüber fehlen beim frontalen Blitz die Schatten im Gesicht, die bei seitlichem Licht entstehen würden und uns helfen, die Dreidimensionalität in einem zweidimensionalem Foto zu erfassen.

Fotostudio mit nur einem Blitz?

Jeder der einmal bei einem Fotografen Bewerbungsfotos hat anfertigen lassen, weiß, dass in einem professionellen Fotostudio nicht nur ein Blitzlicht zur Anwendung kommt. Hier gibt es ein Licht von der Seite – meistens eine große Softbox, auch Lichtwanne genannt, die ein weiches Licht abstrahlt. Eine oder mehrere Lampen leuchten der Hintergrund aus und ein weiteres Licht zaubert einen Glanz von oben in die Haare (dies ist das Headlight). Eine Beautydish hellt das Licht auf der Seite des Gesichtes auf, dass dem Hauptlicht abgewandt ist. Wir sehen also, dass hier viele verschiedene Blitze zum Einsatz kommen, die alle natürlich mit unterschiedlicher Intensität das Bild ausleuchten. Und glauben Sie mir, keine Automatik der Welt kann bestimmen, welche Lampen mit welcher Intensität blitzen sollen, dies kann nur die kreative Vorstellungskraft eines geübten Fotografen entscheiden.

Fotostudio im Rucksack

Und hier kommt die manuelle Regelung der tragbaren Blitze ins Spiel. Ursprünglich wurden diese Blitze dafür konzipiert, dass sie auf die Kamera gesteckt werden um das Foto frontal auszuleuchten. Da es zu Beginn keine Automatik-Programme an den Blitzen gab, mussten die Fotografen die richtige Blende mittels Entfernung und Blitzleistung abschätzen bzw. ausrechnen.

In den 1970er Jahren kamen dann Blitzgeräte auf den Markt mit einem sogenannten Thyristor, der die Blitzleistung regelt. Ein weiterer Sensor misst hierbei die reflektierte Lichtmenge und schaltet den Blitz innerhalb von Tausendsteln von Sekunden aus, sobald eine ausreichende Lichtmenge reflektiert wird. Diese – damals – neuartigen Blitze haben also die Möglichkeit, die Blitzleistung zu regeln, häufig fehlt hier jedoch eine manuelle Einstellmöglichkeit, da man den Anwendern ja gerade die Arbeit des Rechnens und Schätzens abnehmen wollte. Stattdessen braucht auf der Rückseite des Gerätes die Blende und Filmempfindlichkeit angegeben werden und der eingebaute Prozessor regelt die Blitzleistung vollautomatisch. Eine manuelle Regelung einzubauen, wäre aus dieser Sicht absurd gewesen.

Daher gibt es nur wenige hochwertige Steck-Blitze, die für professionellere Anwender gedacht sind und eben das Feature der manuellen Regelbarkeit enthalten oder als Nachrüstsatz bieten, wie zum Beispiel die Metz Stabblitze, die durch Zusatzgeräte erweitert werden konnten.

Der Regula Variant 740-2 MFD ist einer der wenigen Kompakt-Blitzgeräte, der sich auch manuell regeln lässt. Ein weiterer Vertreter mit ähnlicher Leistung sind der Vivitar 285 HV / 283 oder der Sunpak 383, auf die ich weiter unten noch kurz eingehe. Der 740-2 hat ein zwei entscheidende Vorteile. Zum einen ist der Blitz gebraucht für 10 bis 20 Euro z. B. bei eBay zu bekommen. So lässt sich leicht ein Set von zwei bis vier Blitzen zusammenstellen, mit denen man ein mobiles Fotostudio aufbauen kann.

Blitzspannung kann die Elektronik einer digitalen Spiegelreflexkamera zerstören

Weiterhin ist mir bisher kein Exemplar untergekommen, dass eine höhere Spannung als 12 Volt an den Blitzkontakten aufweist. Gerade der Vivitar ist erst seit Ende der 1990er Jahre mit einer geringen Blitzspannung zu bekommen. Die älteren Modelle haben ca. 300 Volt Spannung auf den Kontakten – und das kann das Ende für moderne Spiegelreflexkameras bedeuten.
In der folgenden Liste kann die Blitzspannung verschiedener Blitzgeräte nachgeschlagen werden.

Spannung am Blitzschuh des Regula Variant 740-2 MFD
Mit einem Spannungsmesser lässt sich die Spannung am Blitzschuh des Regula Variant 740-2 MFD messen. In diesem Fall sind es ca. 12 Volt.

Ich stelle im folgenden eine bei dem Online-Auktionshaus eBay zur Verfügung. Mit ein bisschen Glück findet man den Blitz für 10 bis 20 Euro.

Der Vivitar 283 (Affiliate-Link) bzw. 285 (Affiliate-Link) ist vor allem in den USA weit verbreitet. Die neue Version 285 HV (Affiliate-Link) ist für moderne Kameras angepasst worden, indem die Trigger-Spannung reduziert wurde. Vorteil: kann noch als Neugerät (in dieser Form seit den 1970er Jahren!) mit Garantie gekauft werden. Nachteil: die ältere Version (ohne HV) braucht einen Aufsatz, um die Belichtung manuell einstellen zu können. Der 285 HV wird mit Vari Power Modul zur manuellen Steuerung geliefert. Ich mag den Vivitar gerne, da er robust ist und irgendwie schick aussieht, allerdings hatte ich nur einmal die alte 283 Variante mit ca. 300 Volt Spannung am Blitzfuß. Auch bietet das Vari Modul anscheinend nur vier Regelstufen: 1/1 1/2 1/4 1/16. Der Regula Variant bietet außer diesen noch die Stufe 1/8.

Eine weitere Alternative ist der Yongnuo Speedlite YN 465 (Affiliate-Link), ein chinesisches Modell, das zusätzlich zu manueller Regelbarkeit noch eine E-TTL II Funktionalität aufweist, also kompatibel mit der Blitzautomatik von modernen Canon EOS Spiegelreflexkameras (D-SLRs) ist. Ich bin mit meinem zufrieden, habe mir aber nur einen geholt, da ich keinen Gebrauch für mehr als einen E-TTL-Blitz habe. Der YN 465 kann wie folgt geregelt werden: 1/1 1/2 1/4 1/8 1/16 1/32 1/64 1/128 und ist außerdem recht günstig zu haben. Den aktuellen Nachfolger YN 468 II kenne ich leider nicht, aber was soll da schon schlechter geworden sein? (Es gibt auch eine Variante für Nikon).

Von Yongnuo gibt es auch einen rein manuellen Blitz, den Yongnuo YN 560 II (Affiliate-Link). Ich selbst kenne ihn nicht, aber von den Amazon-Beschreibungen her macht er einen sehr guten Eindruck.